H.C.-Artmann-Preis 2022 geht an Schriftsteller Julian Schutting

Die Entscheidung ist gefallen: Die Kulturabteilung der Stadt Wien ehrt den 1937 in Amstetten geborenen Schriftsteller Julian Schutting mit dem renommierten H.C.-Artmann-Preis. In der Jurybegründung heißt es dazu.

„Julian Schuttings umfangreiches Werk, das mittlerweile mehr als 60 Titel umfasst – der Schriftsteller publiziert seit 1973 –, ist in höchstem Maß geprägt von einem poetischen Grundgestus, der sich auch in der Prosa widerspiegelt. Der Autor, zwar hochgeschätzt, aber immer bescheiden an den Rändern des ‚großen Literaturbetriebs‘ zugange, beweist über die Jahrzehnte eine ebenso souveräne wie kontinuierliche Auseinandersetzung mit Dichtung, die er in seiner unverwechselbaren, präzisen, geschliffenen Sprache präsentiert. Wer sich auf Julian Schuttings Kunst einlässt, wird gefordert und beschenkt. Sein jüngster Gedichtband ‚Winterreise‘ (Otto Müller, 2021) lässt ‚den Lyriker auf dem Höhepunkt seines Schaffens‘ glänzen, dieser Rezeption ist ebenso zuzustimmen wie zu widersprechen: Von Julian Schutting ist weiterhin Brillantes zu erwarten.“

Julian Schutting wurde 1937 in Amstetten geboren. Er absolvierte eine Fotografie-Ausbildung und studierte anschließend Geschichte und Germanistik in Wien. In den 1970er Jahren veröffentlichte er seine ersten Gedichtbände. Inzwischen erstreckt sich sein umfangreiches Werk sowohl auf Prosa als auch auf Lyrik. Thematisch greift Schutting häufig auf die Themen Liebe, Trauer und die Lebenswelt von Kindern zurück, wagt sich aber auch an experimentelle Prosa. Er zählt zu den interessantesten Gegenwartsautoren.

Der H.C.-Artmann-Preis für herausragende Werke im Bereich der Lyrik wird im Zwei-Jahres-Rhythmus von der Stadt Wien vergeben. Der Preis richtet sich an Wiener Autor*innen und ist mit 10.000 Euro dotiert. Die Entscheidung wird von einer regelmäßig wechselnden Jury getroffen, die in diesem Jahr aus Dr. Jürgen Thaler, Dr.in Sylvia Treudl und Univ.-Prof. Dr. Klaus Zeyringer bestand.

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Staatssekretärin Mayer ehrt Ali Smith mit dem Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur 2021

Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer: „Plumpen Lügen, gefährlichen Ideologien und alternativen Fakten stellt Ali Smith die Kunst, die Literatur entgegen“.

Im Rahmen eines Festaktes im Mozarteum Salzburg überreichte Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer heute den Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur 2022 an die schottische Schriftstellerin Ali Smith. Dieser wird jährlich vom Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlicher Dienst und Sport (BMKÖS) vergeben und ist mit 25.000 Euro dotiert.

Die Preisverleihung fand im Beisein von zahlreichen Repräsentant:innen aus Politik, Kultur und Wissenschaft statt, darunter Bundeskanzlerin a.D. Brigitte Bierlein, Landtagspräsidentin Brigitta Pallauf, Präsidentin der Salzburger Festspiele Dr. Kristina Hammer, Generaldirektorin der Nationalbibliothek Johanna Rachinger, Geschäftsführer der Bundestheater-Holding Christian Kircher und Rektorin der Universität Mozarteum Salzburg Elisabeth Gutjahr.

„Ali Smith Oeuvre zeigt, welche Problematik, welches Risiko, aber auch welche Verantwortung und einmalige Chance es bedeutet, Europäerin und Europäer zu sein. Plumpen Lügen, gefährlichen Ideologien und alternativen Fakten stellt Ali Smith die Kunst der Literatur entgegen. Ihre Werke reflektieren die Themen unserer Zeit, unsere Hoffnungen und Ängste, sie tragen in diesen schwierigen und unsicheren Zeiten zur Erweiterung der literarischen, kollektiven und individuellen Weltwahrnehmung bei“, so Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer. „Ich gratuliere Ali Smith herzlich zum diesjährigen Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur.“

In seiner Laudatio verwies Literaturkritiker Dr. Anton Thuswaldner auf Ali Smiths Werke: „In jedem Menschen, tatsächlich in jedem, steckt ein Erzählkern, den es nur heraus zu präparieren gilt, und schon hat Ali Smith eine Geschichte, die es in sich hat. Laue Charaktere kennt sie nicht. Wer sich unauffällig verhält, den Mitmenschen nicht abgeht, wenn er aus deren Nähe verschwindet, wer sich klein macht, um sich der Aufdringlichkeit der Anderen zu entziehen, verfügt doch über ein Innenleben, in dem es tobt und rast. Es bleibt nur unter Verschluss, deshalb bedarf es der Mittel der Literatur, um sich im Gefühls- und Gedankenhaushalt bisweilen recht durchschnittlicher Leute zurechtzufinden. Ali Smith jedenfalls ist im Besitz des Kompasses, der sie im Leben verschwiegener und verschriener Persönlichkeiten zurechtfinden lässt.“

Die fünfköpfige Jury für den Preis 2022 bestand aus Mag Robert Huez, Mag.a Anne-Catherine Simon, Dr. Anton Thuswaldner, Anna Weidenholzer und Univ. Prof. Mag. Dr. Norbert Christian Wolf.

Die Jury begründete ihre Wahl damit, dass „Ali Smith in ihren Romanen und Erzählungen nah an unserer Gegenwart bleibt. Und weil Gegenwart ohne Vergangenheit nicht zu haben ist, stattet sie Figuren mit Biografien aus, in denen sich das 20. Jahrhundert spiegelt. Als Menschenkennerin weiß Smith, dass es, um Personen nahe zu kommen, nicht ausreicht, sie auf äußere Lebensstationen festzulegen. Sie stattet sie mit Träumen und Erinnerungen, Fantasien und Gedankenspielen aus. Dazu bedarf es eines gewieften ästhetischen Programms, das der Fülle der inneren Zustände gerecht wird. Ali Smith verfügt über die literarischen Mittel, um empathisch, wütend, ironisch, nüchtern, bisweilen in kühne Fantasien ausgreifend, bisweilen dem realistischen Schreiben verpflichtet, die Vielfalt der Gesellschaft wie die Vielfalt des Einzelnen ins Bild zu rücken.“

Die 1962 in Inverness in Schottland geborene Autorin lebt und arbeitet in Cambridge. Sie hat mehrere Romane und Erzählbände veröffentlicht und zahlreiche Preise erhalten. Sie ist Mitglied der Royal Society of Literature und wurde 2015 zum Commander of the Order of the British Empire ernannt.

Für „Die Zufällige“ wurde sie mit dem Whitbread Award für den besten Roman des Jahres ausgezeichnet. Ihr Roman „Beides sein“ wurde 2014 ausgezeichnet mit dem Costa Novel Award, dem Saltire Society Literary Book of the Year Award, dem Goldsmiths Prize und 2015 mit dem Baileys Women’s Prize for Fiction. Mit „Herbst“ kam die Autorin 2017 zum vierten Mal auf die Shortlist des Man Booker Prize. Ihre Bücher erscheinen in der deutschen Übersetzung von Silvia Morawetz im Luchterhand Verlag. Im April erscheint als Follow-up zum Jahreszeitenzyklus ihr neues Buch mit dem Titel „Companion piece“.

Der Österreichische Staatspreis für Europäische Literatur wird seit 1965 jährlich für ein literarisches Gesamtwerk vergeben und ist mit 25.000 Euro dotiert. Zuletzt ging der Preis an Karl Ove Knausgård (2017), Zadie Smith (2018), Michel Houellebecq (2019), Drago Jančar (2020) und László Krasznahorkai (2021).

Literarische Arbeiten von jungen Menschen mit Fluchterfahrung

Neues Buch “PROSA für Welt” als Ergebnis eines gemeinsamen Literaturprojekts

BILD Pixabay

PROSA – in Wien steht das nicht nur für ein Genre in der Literatur, sondern auch für das Projekt Schule für Alle, das junge Menschen mit Fluchterfahrung unterstützt, sie auf den Pflichtschulabschluss vorbereitet, partizipative Arbeit leistet und rassismuskritische Kompetenzen vermittelt. Viele junge Erwachsene, die sich in Österreich in einem Asylverfahren befinden, haben in der Praxis große Schwierigkeiten, Zugang zu formaler Bildung zu erhalten. PROSA Projekt Schule für alle setzt sich dafür ein, diese Situation zu verbessern.

Für das Buchprojekt PROSA für Welt arbeitete das Weltmuseum Wien seit Herbst 2021 mit PROSA zusammen. Petra Fuchs-Jebinger, Leiterin der Kulturvermittlung des Weltmuseums Wien, lud Sassan Esmailzadeh von PROSA ein, die Ressourcen des Museums und seiner Sammlungen für ein literarisches Projekt zu aktivieren, bei dem die Deutschkenntnisse der Schüler*innen gefördert werden sollten.

Von Oktober 2021 bis Mai 2022 fanden kreative Schreibworkshops im Rahmen des Geschichts- und Deutschunterrichts im Museum statt. Dieser Unterricht bot auch die Möglichkeit, über das Museum, seine Sammlungen, seine Geschichte, die Ausstellungen und den Einfluss von Rassismus und Kolonialismus in der Geschichte des Museums zu lernen. Mit der inhaltlichen Begleitung von Kulturvermittlerinnen des Weltmuseums Wien und unterstützt von den PROSA-Lehrenden verfassten die Schülerinnen im Rahmen der Workshops eigene Texte zu diesen Themen, zum Museum und zu Objekten, die sie interessierten. Sie gingen dabei Fragen nach wie Was ist Aneignung? Was ist Rassismus? Was ist Kultur?

Die dabei entstandenen rund 50 literarischen Arbeiten erscheinen nun mit 1. Juli 2022 im Buch PROSA für Welt. Literarische Texte für alle. Ergänzt werden die Texte in der Publikation durch Bilder der Objekte, zu denen die Erzählungen, Miniaturen und Gedichte geschrieben wurden. Die Arbeiten zeigen die Sichtweisen von Menschen, die sich im Prozess des Spracherwerbs von Deutsch als Zweitsprache befinden und deren Leben geprägt von Fluchterfahrungen ist.

Die Schülerinnen haben unterschiedliche Sprachniveaus, daher haben auch ihre Texte unterschiedliche Niveaus, die jeweils im Buch gekennzeichnet sind. Das Buch stellt somit auch ein wertvolles Lernmaterial dar, sowohl für Schulen als auch für das Weltmuseum Wien: Schülerinnen lernen anhand von Texten, die andere Schüler*innen verfasst haben. So soll vermittelt werden, dass es nicht darum geht, perfekte Texte zu schreiben, denn auch der einfachste Text ist am Ende wertvoll – sowohl für die nächsten Deutsch-Lernenden als auch für das Weltmuseum Wien, dessen Objekte nun „persönliche Objekttexte“ erhalten haben.

Der Erlös des Buches kommt zur Gänze der PROSA-Schule zugute und wird wiederum zur Finanzierung neuer Schulplätze verwendet. Die Schüler*innen haben dadurch ein Projekt geschaffen, das auch anderen hilft, die in ihrer Situation sind.

„Ich freue mich sehr, dass die Ergebnisse des Projekts nun in Buchform vorliegen“, so Jonathan Fine, Direktor des Weltmuseums Wien. „Dieser Band repräsentiert das enorme Potenzial und die Leistungen der PROSA-Schülerinnen. Aber ich vermute, dass die weniger greifbaren Ergebnisse der durch PROSA ermöglichten Bildung genauso wichtig sind – wenn nicht sogar noch wichtiger. Ich möchte den Schülerinnen für ihren Mut, ihre Offenheit und ihre Beiträge danken – und dafür, dass sie zu uns ins Museum gekommen sind.“

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Langzeitstipendien für Literatur

Die Juryentscheidungen für die diesjährigen Langzeitstipendien für Literatur stehen fest und ermöglichen AutorInnen „sich konzentriert ihrem kreativen Schaffen zu widmen“.

Bild Pixabay

Aus insgesamt 456 Einreichungen vergibt das BMKÖS dieses Jahr 81 Stipendien mit einer Laufzeit von sechs und zwölf Monaten an österreichische Autor:innen. Monatlich erhalten die Stipendiat:innen 1.400 Euro. Mit den Langzeitstipendien gehen damit 1,1 Millionen Euro in die direkte Förderung österreichischer Autor:innen und ihrer literarischen Arbeit.

„Die österreichische Gegenwartsliteratur ist unverzichtbarer Impulsgeberin und überrascht immer wieder mit ihrer Diversität. Unsere Langzeitstipendien sollen unseren Autorinnen und Autoren eines schenken: nämlich Zeit. Zeit, sich konzentriert ihrem kreativen Schaffen widmen zu können; Zeit, die im besten Fall eine Idee, ein Projekt oder einen Plan zu einem Buch werden lässt, mit dem wir Leserinnen und Leser bereichert werden. Herzliche Gratulation an alle Stipendiatinnen und Stipendiaten und viel Erfolg für ihre Vorhaben“, so Kunst- und Kulturstaatssekretärin Mayer anlässlich der Vergabe der Langzeitstipendien.

Unter den 50 Projektstipendiat:innen (Laufzeit: zwölf Monate) finden sich zahlreiche bekannte Namen, aber auch Autor:innen, die dem Lesepublikum noch nicht so geläufig sind. Für die Kinder- und Jugendliteratur (Mira-Lobe-Stipendium ) und für Theatertexte (Dramatiker:innenstipendium) waren eigene Stipendienprogramme mit sechs bzw. zehn Stipendien ausgeschrieben. Und auch der literarische Nachwuchs wurde heuer wieder mit 15 Startstipendium für Literatur berücksichtigt.

Langzeitstipendium für Literatur 2022/23

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Platinbuch für Thomas Stipsits und das „Eierkratz-Komplott“

Der neue Stinatz-Krimi verkauft sich mehr als 60.000-mal

BILD zu OTS – Ueberreuter GeschŠftsfŸhrer Kommerzialrat Georg Glšckler Ÿbergibt Thomas Stipsits die Auszeichnung “Platinbuch des Hauptverbandes des …sterreichischen Buchhandels” fŸr mehr als 60.000 verkaufte “Eierkratz-Komplott”.

Es kommt nicht oft vor, dass drei Titel eines Autors gleichzeitig in den Top Ten der österreichischen Buchcharts aufscheinen – Thomas Stipsits ist genau das gelungen! Mit seinem Stinatz-Krimi „Eierkratz-Komplott“ hat er erneut einen Bestseller vorgelegt und auch die „Kopftuch-Mafia“ und die „Uhudler-Verschwörung“ zu neuen Verkaufserfolgen und Bestseller-Platzierungen geführt.
Und wie bei den Vorgängern kann sich der erfolgreiche Kabarettist und Autor jetzt für sein neues Werk wieder über die Auszeichnung „Platinbuch“ des Hauptverbandes des Österreichischen Buchhandels freuen.

Dieses wurde am Freitag stilgerecht, im Vorfeld seines Auftrittes mit dem Programm „Stinatzer Delikatessen – Quasi ein Best of” auf der Donaubühne Tulln, von Ueberreuter-Geschäftsführer Kommerzialrat Georg Glöckler an Thomas Stipsits überreicht: „Nachdem eine große Übergabe beim letzten Titel coronabedingt ausfallen musste, freuen wir uns umso mehr, unseren Autor vor so vielen Fans und Buchlesern auszeichnen zu können. Sie alle haben mit Ihrem großen Enthusiasmus zum Erfolg der Krimireihe beigetragen. Dafür ein herzliches Dankeschön!“

Verlagsleiterin Birgit Francan freut sich darüber, dass Thomas Stipsits „nicht nur unserem Verlagshaus, sondern dem gesamten österreichischen Krimigenre zu so großartigen Erfolgen verhilft. Das Umfeld ist höchst kompetitiv, dass sich so viele österreichische Autoren beim Publikum durchsetzen können, ist keine Selbstverständlichkeit. Darauf können wir zurecht stolz sein.“

Autor Thomas Stipsits zeigt sich einmal mehr überwältigt und bedankt sich bei seinen Leserinnen und Lesern. Und wie immer denkt er auch an die Buchhändlerinnen und Buchhändler, die sich für das „Eierkratz-Komplott“ diesmal auch mit ganz wunderbaren Dekoideen rund um das Buch gewaltig engagiert haben. „Ich möchte mich bei allen Beteiligten für den großartigen Einsatz bedanken, das viele tolle Feedback und die jahrelange Treue.“

Inspektor Sifkovits ermittelt in seinem Heimatort Stinatz mit stets tatkräftiger Unterstützung der „Kopftuchmafia“ – so wird das alteingesessene Trio, die Resetarits Hilda, die dicke Grandits Resl und seine Mutter Baba, liebevoll genannt.
Der „burgenländische Columbo“, schrullig aber liebenswert, gemütlich aber trotzdem effizient, hat bereits seine eigene eingeschworene Fangemeinde und dem südburgenländischen Ort zu noch mehr Berühmtheit verholfen.

Die im Ueberreuter Verlag erschienenen Krimis sind seit Erscheinen durchgehend auf den Bestseller-Listen zu finden und insgesamt fast 250.000-mal verkauft worden.

Thomas Stipsits: Eierkratz-Komplott – Ein Stinatz-Krimi
176 Seiten, Ueberreuter, ISBN 978-3-8000- 9009-9, € 18,-

*Das Platinbuch des Hauptverbandes des Österreichischen Buchhandels wird für mehr als 25.000 verkaufte Exemplare vergeben.

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Ingeborg Bachmann-Preis geht an Ana Marwan

Die Schriftstellerin Ana Marwan ist mit dem 46. Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet worden.

Quelle: dpa/APA/Harald Schneider

Marwan wurde am Sonntag 26. Juni 2022 in Klagenfurt in Österreich für ihren lakonisch-hintergründigen Text “Wechselkröte” ausgezeichnet. Die aus Slowenien stammende Schriftstellerin lebt in Wien und erhielt von der Jury die höchste Punktzahl für ihre Erzählung über eine Frau, deren zurückgezogenes Leben mit Mann, Einfamilienhaus und Pool von einer Amphibie und einer Schwangerschaft durcheinandergebracht wird. Die Jury erklärte, es sei ein zarter und leiser Text, der mit der Sprache einen eigenwilligen Tanz aufführe.

Jedes Jahr ist der Blick nach Klagenfurt wieder spannend und aufregend, wenn die Stadt zum lebendigen Mittelpunkt der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur wird. Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer: Bachmann-Preis “weit mehr als eine Ehrung”. Ich gratuliere allen Autorinnen und Autoren zu ihrem Mut, ihre Texte live dem Publikum und der Kritik anzuvertrauen. Lesen ist essentiell für unsere Gesellschaft und ein Tor zu demokratischer Teilhabe – gerade in Zeiten wie diesen“, so Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer.

„Längst ist der Bachmann-Preis mehr als ein Literaturwettbewerb. Dank ORF und 3sat wird den Autorinnen und Autoren eine große Bühne gegeben. Die besondere Aufmerksamkeit, die damit der deutschsprachigen Literaturszene zu Teil wird und den Leserinnen und Lesern die mediale Teilnahme an diesem renommierten Wettbewerb ermöglicht, ist nicht genug wertzuschätzen”, so Mayer abschließend.

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Tipp: Honey & Bunny und die Josefine,eine verwegene Frühstücksgeschichte

Wer hat schon einmal auf den Stiegen eines Hotels gefrühstückt? Oder im Bett mit Anzügen, die jenen der Netflix-Serie „Haus des Geldes“ nachempfunden sind?

Fotograf:
Christian Fischer

honey & bunny schauen sich Konventionen von allen Seiten an. Diesmal haben sie darüber nachgedacht, warum wir eigentlich so essen, wie wir essen. Warum wir eigene Speisemöbel, komplizierte Esswerkzeuge und jede Menge an Geschirr verwenden? Warum wir in unbequemer Kleidung und nicht im Overall sitzen? Wie sind diese Gewohnheiten entstanden?

In ihrem neuen Buch „wie wir essen“, erschienen im Böhlau-Verlag, Wien zeigen Sonja Stummerer und Martin Hablesreiter in wunderbar inszenierten Bildern, was alles möglich wäre, wenn wir nur von den Konventionen wegdächten. Sie essen farbenprächtig im Lift, prosten einander im Kuhstall zu oder sitzen auf Tischen, und speisen von den Sesseln. Der Textteil besteht aus einer spannend aufbereiteten Kulturgeschichte des Essens und unserer – von ihnen völlig auf den Kopf gestellten – Gewohnheiten.

Nicht zufällig haben sie ihr Buch im Rahmen eines Fotoshootings mit einem Frühstück im Hotel „Die Josefine“ vorgestellt. Gastgeber Manfred Stallmajer hat das Frühstücksbuffet in seinem Hotel durch serviertes Frühstück ersetzt, um dem Gedanken der Nachhaltigkeit Rechnung zu tragen. Ebenso wie die beiden Autor:innen setzt er auf eine Abkehr von der Wegwerf-Essgesellschaft.

„wie wir essen“ ist ein Buch zum Schmunzeln, zum Nachdenken und zur Freude über wunderschöne Bilder.

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H.C.-Artmann-Preis 2022 geht an Schriftsteller Julian Schutting

Die Kulturabteilung der Stadt Wien ehrt den 1937 in Amstetten geborenen Schriftsteller Julian Schutting

copyright-Christoph-Luger

„Julian Schuttings umfangreiches Werk, das mittlerweile mehr als 60 Titel umfasst – der Schriftsteller publiziert seit 1973 –, ist in höchstem Maß geprägt von einem poetischen Grundgestus, der sich auch in der Prosa widerspiegelt. Der Autor, zwar hochgeschätzt, aber immer bescheiden an den Rändern des ‚großen Literaturbetriebs‘ zugange, beweist über die Jahrzehnte eine ebenso souveräne wie kontinuierliche Auseinandersetzung mit Dichtung, die er in seiner unverwechselbaren, präzisen, geschliffenen Sprache präsentiert. Wer sich auf Julian Schuttings Kunst einlässt, wird gefordert und beschenkt. Sein jüngster Gedichtband ‚Winterreise‘ (Otto Müller, 2021) lässt ‚den Lyriker auf dem Höhepunkt seines Schaffens‘ glänzen, dieser Rezeption ist ebenso zuzustimmen wie zu widersprechen: Von Julian Schutting ist weiterhin Brillantes zu erwarten.“

Julian Schutting wurde 1937 in Amstetten geboren. Er absolvierte eine Fotografie-Ausbildung und studierte anschließend Geschichte und Germanistik in Wien. In den 1970er Jahren veröffentlichte er seine ersten Gedichtbände. Inzwischen erstreckt sich sein umfangreiches Werk sowohl auf Prosa als auch auf Lyrik. Thematisch greift Schutting häufig auf die Themen Liebe, Trauer und die Lebenswelt von Kindern zurück, wagt sich aber auch an experimentelle Prosa. Er zählt zu den interessantesten Gegenwartsautoren.

Der H.C.-Artmann-Preis für herausragende Werke im Bereich der Lyrik wird im Zwei-Jahres-Rhythmus von der Stadt Wien vergeben. Der Preis richtet sich an Wiener Autor*innen und ist mit 10.000 Euro dotiert. Die Entscheidung wird von einer regelmäßig wechselnden Jury getroffen, die in diesem Jahr aus Dr. Jürgen Thaler, Dr.in Sylvia Treudl und Univ.-Prof. Dr. Klaus Zeyringer bestand.

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Expertin informiert über spanische Literatur

Das Bezirksmuseum Alsergrund in Wien war heute Donnerstag, (9. Juni 2022) der Schauplatz eines Vortrages der Literaturwissenschaftlerin Elisabeth Berger.

Dieser Abend gehört zur Veranstaltungsreihe „In 80 Minuten um die Welt. Literatur rund um den Globus im ‚LiteraturSalon‘“. In jedem Monat widmet sich die Fachfrau einem anderen Land. Berger nimmt sowohl „Klassiker“ als auch jüngst veröffentlichte Bände unter die Lupe. Beim Spanien-Schwerpunkt im Juni unterzieht die Kennerin zum Beispiel Don Quixote, Sancho Pansa, Idealismus und volkstümliche Bauernschläue einer aufschlussreichen Betrachtung und klärt ihre Zuhörer*innen über ein „Goldenes Zeitalter“ auf. Die Gäste haben die geltenden Corona-Vorgaben zu beachten. Seit geraumer Zeit firmiert das Bezirksmuseum Alsergrund vereint mit weiteren Museen im Bezirk unter dem Namen „Alseum“. Details im Internet: www.bezirksmuseum-alsergrund.at.

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Autor Joseph Zoderer mit 86.Jahren gestorben

Wie die Tageszeitung “Alto Adige” in ihrer Online-Ausgabe berichtet, war er in seinem Haus auf einer Treppe gestürzt und in ein Krankenhaus gebracht worden, wo der Autor verstarb. Sei Oeuvre umfasste Erzähl- und Gedichtbände sowie zehn Romane.

Seine Bücher beschäftigten sich immer wieder mit dem Hinterfragen von Zugehörigkeiten und Zuschreibungen, stellen Identitätskonflikte in den Mittelpunkt. Dass Zoderer, der sich weniger als Südtiroler Schriftsteller definierte, denn als österreichisch geprägter deutschsprachiger Autor mit italienischem Pass, immer stark mit “Südtirol-Themen” in Verbindung gebracht wurde, hatte vor allem mit seinem fulminanten Einstieg in die literarische Welt zu tun – mit dem 1982 erschienenen Roman “Die Walsche”. Der Roman über eine Südtiroler Bauerntochter, die im Arbeiterviertel der Stadt mit ihrem italienischen Lebensgefährten eine Café-Bar betreibt und zum Begräbnis ihres Vaters in ihren Heimatort zurückkehrt, wurde weniger über seine universellen Themen der Entfremdung und Diskriminierung als über den dabei auch beschriebenen ethnischen Konflikt diskutiert.

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