Siemens Fest>Spiel>Nächte starten in einen neuen Sommer

Die Siemens Fest>Spiel>Nächte – eine enge Kooperation mit den Salzburger Festspielen, dem ORF Salzburg und Unitel – finden heuer zum 21. Mal statt und sind ein kostenloses Kulturangebot für alle Interessierten.

Von Samstag, 23. Juli bis Sonntag, 28. August werden unterschiedliche Festspielproduktionen auf einer tageslichttauglichen LED-Leinwand auf dem Salzburger Kapitelplatz präsentiert. Jeden Samstag um 10 Uhr, von 23. Juli bis 27. August, finden außerdem die Siemens>Frühstücks>Konzerte statt. Im gleichen Zeitraum kommen jeden Freitag um 10 Uhr auch die jüngsten Kultur-Fans auf ihre Kosten: Das Siemens>Kinder>Programm zeigt Opern für Kinder. Mehr Infos unter:

www.siemens.at/festspielnaechte

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Vereinigte Bühnen Wien schenken Theatermuseum Bühnenbildmodelle

Das Theatermuseum darf sich über einen bedeutenden Neuzugang in seine Sammlungen freuen: Roland Geyer, scheidender Intendant des Theaters an der Wien und Franz Patay, Geschäftsführer der Vereinigten Bühnen Wien, haben dem Theatermuseum (KHM-Museumsverband) 18 Bühnenbildmodelle gefeierter Opernproduktionen im Theater an der Wien übergeben.

BILD zu OTS – †bergabe BŸhnenbildmodelle an das Theatermuseum

Von einer „wunderbaren Bereicherung für das Haus“ sprach Rudi Risatti, Leiter der Sammlungen für Modelle und Handzeichnungen bei der Unterzeichnung des Schenkungsvertrags.

Im Jahr 2006 wurde Roland Geyer Intendant des Theaterhauses, das zu einem international führenden Zentrum für Barockoper und modernes, zeitgemäßes Musiktheater in Wien avancierte. 197 verschiedene szenische Opernproduktionen zwischen 2006 bis 2022 im Theater an der Wien und in der Kammeroper (seit 2012) haben einen nachhaltigen Beitrag zur Opernkultur Österreichs geleistet.

„Die Übernahme und Archivierung vieler Bühnenbild-Modelle meiner Ära von 2006-2022 durch das Theatermuseum bedeutet mir sehr viel“, äußerte sich Roland Geyer beim Übergabetermin, „denn so ist es in Zukunft möglich, dass Besucherinnen, Touristinnen, Wienerinnen und Wissenschaftlerinnen aus aller Welt einen großartigen Einblick in die Wiedereröffnung und nachfolgende 16-jährige Erfolgsperiode des Theaters an der Wien als Opernhaus nach 40 Jahren Musical erhalten können.“

Im Konvolut, das dem Theatermuseum nun geschenkt wurde, finden sich Modelle, die vor allem wegen einer „schärfenden“ Raumästhetik oder wegen ihres skulpturalen Designs bestechen. Für Rudi Risatti wie auch Roland Geyer zählt das Modell zu Paul Hindemiths Oper Mathis der Maler (2012) dazu, die erste und einzige Arbeit des südafrikanischen Bühnen- und Kostümbildners Johan Engels für das Theater an der Wien. Für diese stellte der Künstler Motive aus Matthias Grünewalds Isenheimer Altar (1506-1515) dreidimensional auf die Bühne, wie z. B. eine monumentale, fast 20 Meter lange Christus-Skulptur.

Die Britin Es Devlin schuf das Set für Hans Werner Henzes Oper Elegie für junge Liebende (2017, Regie: Keith Warner). Ihre Entwürfe standen Engels riesigen Bühnenbildern in nichts nach: Fünf große, symbolhafte, bespielbare Objekte, so zum Beispiel eine Schreibmaschine in dreißigfacher Vergrößerung, repräsentierten die Geisteswelt der Hauptfigur, des Dichters Mittenhofer.

Stilistisch das Gegenteil, nämlich schlicht und minimalistisch, ist die Szenographie von Johannes Leiacker, einem vielbeschäftigten Bühnenbildner während der Intendanz von Roland Geyer. Er kreierte unter anderem die Ausstattung zur Auftragskomposition und Uraufführung von Anno Schreiers Hamlet (2016, Regie: Christof Loy): Ein großer Einheitsraum mit mysteriösen Türen. Von der Leere geprägte Räume sind zu einer Art Markenzeichen von Leiacker geworden. Zu seinen Arbeiten für das Theater an der Wien zählt auch die „schräge“ Bühne zu Benjamin Brittens Peter Grimes in der Inszenierung von Christof Loy. Sie wurde mit dem International Opera Award als beste Produktion des Jahres 2015 ausgezeichnet.

Der Bestand an Bühnenbild- und Architekturmodellen im Theatermuseum zählt fast 1.000 Stück aus dem 18. bis 21. Jahrhundert und vertritt über 160 Künstlerinnen. Durch den Kontakt mit Bühnenbildnerinnen, Theatern und anderen Institutionen konnte die Sammlung im Laufe von mehr als sechzig Jahren immer wieder erweitert werden. Sie gibt somit einen umfassenden Einblick in die Theaterarbeiten österreichischer und internationaler Künstler.

Wie Marie-Theres Arnbom, Direktorin des Theatermuseums, betont, „wird dieses Material dazu beitragen, in einer immer digitaler planenden und arbeitenden Bühnenwelt das vielfältige und kreative Operngeschehen in Wien zu dokumentieren.“ Nach erfolgten konservatorischen und restauratorischen Maßnahmen werden die Objekte im Theatermuseum aufgearbeitet und der Öffentlichkeit für Forschungstätigkeiten zugänglich gemacht und, abhängig vom Thema, auch in Sonderausstellungen Eingang finden.

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Theater an der Josefstadt vor neuer Saison 

Elf Premieren kündigt das Theater in der Josefstadt für die kommende Saison an.

Während coronavirusbedingt die Auslastung in der Josefstadt im November und Dezember bei 35 und 33 Prozent grundelte, zeigte die Kurve nun stark nach oben: „Im Mai passiert das Theaterwunder Josefstadt, da sind wir bei 80 Prozent Auslastung.“ In den Kammerspielen sei man nach 95 Prozent im Oktober auf knapp 40 Prozent im Dezember abgestürzt und hielt im Mai wieder bei 85 Prozent. Die Gesamtauslastung der bisherigen Saison bezifferte er auf Nachfrage mit durchschnittlich 73 Prozent (beide Spielstätten gemeinsam), am Ende werde man vermutlich bei 75 Prozent landen.

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Neue Künstlerische Leitungen Schauspielhaus, Dschungel und Werk X

Die Entscheidungen für die Neubesetzung der künstlerischen Leitungen von Schauspielhaus Wien, Dschungel Wien und Werk X ab der Saison 2023/24 wurden gefällt. Die Entscheidungen der Stadträtin bezüglich des Schauspielhauses sowie des Theatervereins hinsichtlich des Dschungel Wien und Werk X folgen dabei den einstimmigen Empfehlungen der Findungskommission.

Eine neue Generation tritt hier an, um Theater, das so vielfältig ist wie die Menschen dieser Stadt, auf die Bühnen zu bringen“, so Wiens Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler. „Die neuen Leitungen können auf die hervorragenden Leistungen ihrer Vorgänger aufbauen. Daher gilt mein großer Dank Corinne Eckenstein, Ali M. Abdulla, Harald Posch und Tomas Schweigen, die mit ihrer Arbeit eine Ära maßgeblich mitgestaltet haben.“

Die Entscheidungen im Einzelnen:

Schauspielhaus Wien: Leitungsgruppe bestehend aus Marie Bues, Martina Grohmann, Tobias Herzberg und Mazlum Nergiz

Zitat aus der Bewerbung: „Mit unserem Interesse am Partikularen (am Spezifischen, am Besonderen) wollen wir zeigen, dass uns Unterschiede mehr verbinden als trennen.“

Begründung der Jury

Andreas Beck: „Die Vier wissen sehr genau, wie sie sich für ein Autor:innen- und Dramatiker:innentheater einsetzen wollen, wo sie in einer sich stetig und schnell verändernden und wachsenden Stadt zukünftige Schwerpunkte sehen, aber auch wo sie an die Historik des Hauses anschließen wollen. Es gefällt uns sehr, dass sie das Narrativ, das Erzählen von Geschichten aus und über Communities besonders in den Vordergrund gestellt haben. Es hat uns sehr angesprochen, dass sie neben dem Experiment auch an das Große und die Emotionalität des Theaters glauben.“

Kurzbiografien Marie Bues, Martina Grohmann, Tobias Herzberg und Mazlum Nergiz

Marie Bues, Martina Grohmann, Tobias Herzberg, Mazlum Nergiz treten ihre Leitung als Kollektiv an und haben in unterschiedlichen Konstellationen bereits gemeinsam gearbeitet. Marie Bues (geboren 1980 in Erlenbach/Main) ist Regisseurin und Kuratorin für verschiedene deutschsprachige Theater, darunter das Theater Basel, das Münchner Residenztheater, das Schauspiel Hannover oder das Grazer Schauspielhaus. Martina Grohmann (geboren 1972 in Mödling) ist Dramaturgin und leitet seit 2013 das Theater Rampe in Stuttgart (bis 2021 gemeinsam mit Marie Bues). Tobias Herzberg (geboren 1986 in Hamburg) ist Regisseur und Dramaturg, letzteres bis 2021 am Burgtheater in Wien, wo er seit 2021 auch als Dozent für Sprachkunst an der Universität für angewandte Kunst tätig ist. Mazlum Nergiz (geboren 1991 in Diyarbakır/Türkei) ist Autor, Künstler und Kurator und gewann mit seinem Stück COMA 2021 das Hans-Gratzer-Stipendium am Wiener Schauspielhaus. Als Dramaturg arbeitete er am Maxim Gorki Theater Berlin und seit 2019 am Schauspiel Hannover.

Dschungel Wien: Anna Horn

Zitat aus der Bewerbung: „Mein Ziel ist es, ungewöhnliche Verbindungen zu schaffen, um miteinander und voneinander zu lernen. (…) Dabei stehen zukunftsweisende Experimente für Kinder und Jugendliche neben Projekten, die Geschichtsbewusstsein fördern und den europäischen Diskurs vorantreiben.“

Begründung der Jury

Andreas Beck: „Anna Horn hat eine überzeugende Analyse über das, was in Wien passiert, gegeben, hat die Szene sehr genau charakterisiert und in ihrem originellen Konzept damit überzeugt, wie sie diese Kräfte bündeln und insbesondere neu formieren möchte. Wir denken, dass diese ganz neue, von außen kommende Perspektive diesem Haus sehr gut tun könnte.“

Kurzbiografie Anna Horn

Anna Horn, geboren 1977, studierte Theaterwissenschaften in München. Nach Arbeiten in der freien Szene arbeite sie als Regieassistentin an der Berliner Volksbühne (2004-2006). Weitere Stationen als Dramaturgin und Regisseurin ­­– seit 2006 mit besonderem Fokus auf theaterpraktische Programme für Kinder und Jugendliche ­­– sind das Berliner Ballhaus Ost, die Rheinischen Rebellen am Schauspiel Köln und das „Junge Resi“ des Münchner Residenztheaters. Seit 2019 ist sie stellvertretende Leiterin des Burgtheaterstudios.

Werk X: Esther Holland-Merten

Zitat aus der Bewerbung: „Das Werk X mit seinen beiden Standorten soll Räume für die Vielen dieser Stadt eröffnen. In ihnen soll der Vielfalt der künstlerischen Identitäten ebenso Raum gegeben werden wie der Vielfalt des Publikums. Meine Freude wäre es, zwischen Menschen und zwischen Künsten Begegnungen zu schaffen, auch solche, die es noch nicht gegeben hat.“

Begründung der Jury

Andreas Beck: „Die Zusammenarbeit mit der Freien Szene, das Bewusstsein für zeitgenössische Formate und ihre von der Jury als herausragend eingeschätzte Leitung beim WUK performing arts, dem sie eine sehr genaue Kontur verliehen hat, gab den Ausschlag für die Juryempfehlung. Ebenso überzeugt hat uns ihr Konzept für das Werk X, das sie als ‚dezentralen Ort im Herzen von Wien‘ bezeichnet hat, das in seinem Programm der Diversität der Stadtgesellschaft Rechnung trägt, ein Stadtensemble aufbaut, Familienformate einbezieht, mit dem Bezirk zusammenarbeitet und freie Gruppen an das Haus bindet.“

Kurzbiografie Esther Holland-Merten

Esther Holland-Merten, geboren 1977 in Berlin, hat in Leipzig, Berlin und Paris Theaterwissenschaft, Kulturwissenschaft und Französistik studiert. Sie übt seit 2008 programmatische bzw. künstlerische Leitungsfunktionen aus („Ostflügel“ am Theater Chemnitz, 2008-13/Schauspiel Leipzig, 2013-16). Seit 2013 lebt und arbeitet sie auch in Wien, als freie Dramaturgin und Universitäts-Dozentin (Universität Wien, Universität für Musik und darstellende Kunst). Seit 2017 ist sie Leiterin von WUK performing arts, einem Ort für interdisziplinäre Formate zwischen bildender Kunst, Musik, Tanz und Theater.

Zur Findungskommission

Die Findungskommission setzte sich zusammen aus:

Thomas Stöphl und Olivia Khalil (alternierend mit Christl Bauer) ­­– als Eigentümervertreter:in von Werk X und Dschungel Wien
Robert Dressler und Genia Enzelberger (als Eigentümervertreter:in des Schauspielhaus)
Arne Forke (Büro der Stadträtin)
Kathrin Bieligk (Kuratorium für Theater, Tanz und Performance)
Sophie Schmeiser als Vertreterin der IG Freie Theaterarbeit
Externe Expert*innen: Elisabeth Bernroitner (Diversität), Andreas Beck (Sprechtheater) und Ex-Dschungel-Leiter Stephan Rabl (Kinder- und Jugendtheater)

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#news #kunst #theater #kultur

Stefan Herheim enthüllte sein “MusikTheater” an der Wien

Dem Theater an der Wien steht in der kommenden Spielzeit nicht weniger als eine Revolution bevor.

Nicht nur wird mit Stefan Herheim in der 17. Spielzeit des Opernhauses 2022/23 der erst zweite Intendant seine Arbeit aufnehmen. Dank der Generalsanierung des Hauses spielt dieser für zwei Jahre auch im Ausweichstandort Museumsquartier.

Die erste Premiere im temporären Haupthaus Museumsquartier verantwortet gleich der Chef persönlich, wenn Herheim Janáčeks “Das schlaue Füchslein” in der Halle E inszeniert, wofür ihm Mélissa Petit als das Schlaue Füchslein und Dirigentin Giedrė Šlekytė am Pult der Symphoniker zur Seite stehen. Im Laufe der Saison folgen etwa Bayreuth-Shootingstar Tobias Kratzer mit Rossinis “La gazza ladra” (16. November) und am 15. Dezember eine Familienoper zu Weihnachten – ein künftiger Fixpunkt im Programm.

Den Auftakt macht hier Gian Carlo Menottis “Amahl und die nächtlichen Besucher” aus 1951. “Für mich war das damals eine Initialzündung”, erinnerte sich Herheim selbst an seine eigene Operninitiation via TV. Entsprechend inszeniert auch dieses Stück der Intendant selbst, der ein Riesentamtam a la “Aida” versprach – ein Paukenschlag auch für die neue Jugend-Vermittlungsschiene unter dem Titel “TaWumm!”.

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Direktion der Wiener Staatsoper ab 2025 ausgeschrieben

Ab September 2025 soll die Funktion des Direktors an der Wiener Staatsoper neu ausgeschrieben werden.

Die Stelle der künstlerischen Geschäftsführung, die aktuell Bogdan Roščić innehat, wird ab 1. September 2025 für einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren besetzt. Vor allem Frauen werden in der Ausschreibung dazu aufgerufen, sich zu bewerben. Mitbringen sollen weibliche und männliche Kandidaten unter anderem Erfahrung in der Leitung eines Musiktheaterunternehmens.

Zu den Aufgaben des Direktors gehören die künstlerische und organisatorische Gesamtleitung, die Vertretung der Staatsoper nach außen sowie das Erarbeiten und Umsetzen eines “zukunftsorientierten Programms”. Dafür sollen das Repertoire weiterentwickelt, das Angebot durch Neuinszenierungen erweitert und neue Publikumsgruppen gewonnen werden.

Die Wiener Staatsoper ist das repräsentative Repertoiretheater für Oper und Ballett in Österreich”, heißt es in der Ausschreibung. Sie gehöre seit rund 150 Jahren zu den weltweit führenden Häusern, diese Position gelte es zu erhalten und auszubauen. Inhaltlich ist der Direktor nicht vollkommen frei: Beim Repertoire sollen zeitgenössische künstlerische Ausdrucksformen miteinbezogen werden, Ballett und modernes Tanztheater sollen auf dem Spielplan ausreichend Raum bekommen. Achten soll der künftige Direktor auch auf Themen wie Nachhaltigkeit, “Fair Pay” und Compliance.

#kultur #news #theater

Regisseurin Bauer gewinnt 3sat-Preis für Volkstheater-Arbeit

Mit ihrer Inszenierung “humanistää! – eine abschaffung der sparten” nach Ernst Jandl am Volkstheater Wien hat Regisseurin Claudia Bauer den mit 10.000 Euro dotierten 3sat-Preis gewonnen.

Das Volkstheater war mit dem Stück zum Berliner Theatertreffen eingeladen worden – nach 1970 (“Change”) zum zweiten Mal. “‘humanistää!’ ist ein szenischer Reigen voller Mini-Dramen und großer Auftritte”, hieß es von Seiten der Jury in einer Aussendung am Montag.

Die Preisverleihung findet am 12. Mai im Anschluss an die Vorstellung im Haus der Berliner Festspiele mit Publikum statt. Den Preis vergibt 3sat als Medienpartner des Theatertreffens jährlich für eine künstlerisch innovative Leistung an einen oder mehrere Künstler aus den eingeladenen Ensembles. Den Preis erhielten in der Vergangenheit etwa Herbert Fritsch, Christoph Schlingensief und zuletzt der oberösterreichische Schauspieler Thiemo Strutzenberger.

“Mittels eklektischen Zugriffs gelingt es Regisseurin Claudia Bauer, Ernst Jandls Idiom für die Bühne zu erwecken, so vielfältig wie theatertauglich. Jandl arbeitete sich mit Repetition und Sinnverschiebungen an der Realität ab; auch die Regie setzt auf Wiederholungen und die daraus resultierenden Wahrnehmungsbrüche. ‘humanistää!’ ist ein Fest für Jandl, ein munteres Ringen um Form, ein großer Theaterspaß”, begründete die Jury um Theatertreffen-Leiterin Yvonne Büdenhölzer ihre Wahl.

Bauer hatte in der Inszenierung zwei für die Bühne geschriebenen Texte Jandls – “die humanisten” und “aus der fremde” – verwebt und zahlreiche andere Gedichte sowie eigens komponierte Musik einfließen lassen. Ein Porträt der Preisträgerin – die Deutsche wurde 1966 geboren, war künstlerische Leiterin des Theaterhauses Jena sowie Hausregisseurin am Neuen Theater Halle und ist derzeit Hausregisseurin am Schauspiel Leipzig – ist im 3sat Magazin “Kulturzeit” am 12. Mai um 19.20 Uhr zu sehen. Bauer wurde bereits zum vierten Mal zum Berliner Theatertreffen eingeladen.

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#kunst #kultur #news #theater

10-Jahres-Bühnenjubiläum für Figurentheaterstück “F. Zawrel”

Seit der Uraufführung am 23. März 2012 wurde das Stück, in dem das Schicksal von Friedrich Zawrel (1929-2015), eines Überlebenden des NS-Kinder-Euthanasie-Programms, im Mittelpunkt steht, über 400 Mal gezeigt.

“Der Psychiater Heinrich Gross und Friedrich Zawrel hatten ihre erste Begegnung 1941 in der Euthanasieanstalt ‘Am Spiegelgrund’, wo Gross als junger Arzt Friedrich Zawrel als Kind mit medizinischen Versuchen quälte. Dreißig Jahre nach Kriegsende lag Zawrels Schicksal erneut in den Händen des Dr. Gross, der ihn mit einem aus der Nazi-Zeit stammenden Gerichtsgutachten ‘erbbiologisch und sozial minderwertig’ für viele Jahre in die Justizanstalt Stein sperrte”, heißt es zum Stück. “Durch viele Interviewstunden mit Friedrich Zawrel gelang es Nikolaus Habjan und Simon Meusburger Zawrels Leben sowie die schlimmen Verbrechen und Ungerechtigkeiten, die ihm angetan wurden, in ein spannendes Theatererlebnis zu packen.”

“F. Zawrel erbbiologisch und sozial minderwertig” machte seinen Weg aus dem kleinen Schubert Theater in Wien-Alsergrund durch viele, immer größere Bühnen. Im Grazer Schauspielhaus, am Landestheater Niederösterreich in St. Pölten, im Theater Ticino in der Schweiz und im Wiener Akademietheater, aber auch in Deutschland, Liechtenstein und Tschechien wurde das Stück bisher von etwa 100.000 Menschen gesehen. Ab der kommenden Spielzeit 2022/23 soll das Stück im Theater an der Josefstadt gezeigt werden.

Die Einnahmen der Jubiläumsvorstellung sowie dort gesammelte Spenden gehen an die UNICEF, um Kindern und Familien, Opfern des Krieges in der Ukraine, zu helfen.

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#theater #film #kunst #kultur

Burgtheater-Benefiz als Zeichen der Unterstützung für die Ukraine

Bei der von Publikum und Mitwirkenden stehend verbrachten Schweigeminute für die Opfer des Krieges hätte man im dicht gefüllten Burgtheater die sprichwörtliche Stecknadel fallen gehört. 

Der von Russland begonnene Aggressionskrieg gegen die Ukraine betrifft auch zahlreiche Künstlerinnen und Künstler im Umfeld unserer Bühnen. Umso mehr möchten wir in Hinblick auf die aktuellen Ereignisse unser uneingeschränktes Bekenntnis gegen Gewalt und für den Frieden bekunden. 

Wir sind glücklich, als internationale Theater Kunstschaffende unterschiedlichster Nationen auf unseren Bühnen zu vereinen – so auch aus der Ukraine und Russland –, die jeden Abend über politische, sprachliche oder religiöse Unterschiede hinweg Menschen bewegen können. Die derzeitigen Entwicklungen dürfen nicht dazu führen, Einzelpersonen nur aufgrund ihrer Nationalität davon auszugrenzen. 

Gleichzeitig ist dieser Krieg aber ein Angriff auf Grundwerte wie Freiheit und Demokratie, eine Gefährdung der freien Entfaltung von Kunst und Kultur über Staatsgrenzen hinweg und eine Vereitelung des Wunsches nach Frieden und Stabilität. Wir sehen daher keine Grundlage für eine künstlerische Zusammenarbeit mit Institutionen oder Einzelpersonen, die sich mit diesem Krieg oder seinen Betreibern und deren Zielen identifizieren. Auch haben wir geplante Kooperationen mit offiziellen Einrichtungen der Russischen Föderation wie z. B. Gastspiele ausgesetzt. 

Wir appellieren an alle Menschen, kritische Distanz zu politischen Demagogen zu wahren, im Sinne der Humanität zu handeln und sich nicht vereinnahmen zu lassen. 

Die Bundestheater haben in den vergangenen Tagen verschiedene gut sichtbare Zeichen des Protestes und der Unterstützung gesetzt, darunter den Start einer Kooperation mit der Volkshilfe, um die Hilfe vor Ort zu stärken.  

Kunst und Kultur stehen für ein friedvolles Miteinander und gelebte Vielfalt. Den Menschen in der Ukraine, deren Existenz gerade bedroht ist, gelten unsere Anteilnahme und Solidarität. 

Die Künstlerischen & Kaufmännischen Geschäftsführer*innen der Burgtheater GmbH, Wiener Staatsoper GmbH, Volksoper Wien GmbH, ART for ART Theaterservice GmbH und Bundestheater-Holding.

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Andreas Schager als toter Siegfried in Ukraine-Flagge

Künstler und Künstlerinnen an der königlichen Oper von Madrid protestiertend bei der letzten Vorführung von Wagners “Götterdämmerung” gegen den russischen Angriff auf die Ukraine. Der österreichische Startenor Andreas Schager, der als Siegfried im letzten “Ring”-Teil ermordet wird, ließ sich im Madrider Teatro Real als Protest in eine ukrainische Flagge hüllen

.Bei der Solidaritäts- und Protestaktion handelte sich um eine Initiative der Darsteller und Künstler, die unter Dirigent Pablo Heras-Casado und den Regisseuren Robert Carsen und Patrick Kinmonth in der königlichen Oper von Madrid den Abschluss von Wagners “Nibelungen”-Tetralogie auf die Bühne brachten.

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