Eigentlich wurde Geld als Werkzeug erfunden, ein neutrales Mittel, um den Tausch von Waren zu vereinfachen. Doch über die Jahrhunderte hat es sich von einem Diener zu einem unerbittlichen Herrn entwickelt. Wir besitzen nicht mehr nur Geld; das Geld besitzt uns.

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Studien zeigen immer wieder: Reichtum kann die Empathie verringern. Wer über große finanzielle Mittel verfügt, neigt dazu, den Erfolg allein dem eigenen Verdienst zuzuschreiben und die Rolle von Glück oder Privilegien zu ignorieren. Geld schafft eine Distanz zu den Mitmenschen. Wo früher gegenseitige Hilfe und Gemeinschaft nötig waren, kauft man sich heute Dienstleistungen. Das Ergebnis ist eine schleichende Isolation.
Das Übel des Geldes liegt in seiner Unendlichkeit. Hunger kann man stillen, Durst löschen – aber die Gier nach Geld kennt keinen natürlichen Endpunkt. Wer eine Million hat, will zwei. Diese ständige Jagd nach „Mehr“ führt zu einer chronischen Unzufriedenheit. Wir opfern unsere wertvollste Ressource – Lebenszeit –, um eine Ressource zu sammeln, von der wir nie genug zu haben glauben.
Werteverfall und Entfremdung
In einer Welt, in der alles bepreist wird, verliert alles seinen inneren Wert. Wenn Freundschaften, Aufmerksamkeit und sogar Moral zur Verhandlungssache werden, korrodiert das Fundament unserer Gesellschaft. Wir bewerten Menschen nicht mehr nach ihrem Charakter, sondern nach ihrem Kontostand oder ihrem Marktwert. Das führt dazu, dass wir uns selbst nur noch als Rädchen in einer Verwertungsmaschine wahrnehmen.
Auf globaler Ebene zwingt uns das System oft zu ewigem Wachstum, um Gewinne zu maximieren. Geld muss sich vermehren, koste es, was es wolle oft auch auf Kosten der Natur oder der Lebensgrundlage zukünftiger Generationen. Das abstrakte Zahlenwerk in den Banken diktiert so manchmal die reale Zerstörung unserer Umwelt. Das wahre Übel liegt nicht im Papier oder den digitalen Zahlen selbst, sondern in der Macht, die wir ihnen über unser Selbstwertgefühl und unsere Entscheidungen eingeräumt haben. Die Herausforderung heute ist es, den Wert des „Genug“ wiederzuentdecken.
Beitrag: Andreas Schwarz
Kultur Online FM
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