Eine aktuelle Studie ( Jänner 2026 ) fühlen sich 62 % der Deutschen ungerecht behandelt.
Laut aktuellem ARD-DeutschlandTREND empfinden so viele Menschen wie seit 20 Jahren nicht mehr (62 %), dass es in Deutschland ungerecht zugeht. Die soziale Schere klafft weiter auseinander als je zuvor.

Die Fakten
Armut trotz Arbeit
Die Armutsgefährdungsquote ist auf 16,1 % gestiegen. Besonders Alleinerziehende und Rentner sind betroffen.Während die Inflation die Mittelschicht aushöhlt, ist das Vermögen der Superreichen laut aktuellem Oxfam-Bericht sprunghaft gewachsen.
Vertrauensverlust
Diese gefühlte und reale Ungerechtigkeit ist der Nährboden für die politische Polarisierung. Wenn die „Leistungsgerechtigkeit“ – ein Kernversprechen unserer Gesellschaft nicht mehr funktioniert, bricht der soziale Zusammenhalt. Gerechtigkeit ist kein rein ökonomisches Thema, sondern eine kulturelle Errungenschaft. Wenn die Mehrheit das Gefühl hat, dass das System nur noch für wenige funktioniert, schlägt die Enttäuschung in Wut um. Wir müssen 2026 dringend darüber reden, was wir uns als Gesellschaft gegenseitig wert sind.
Hier ist ein grundlegender Beitrag für Kultur Online TV, der das Thema „Gerechtigkeit“ jenseits von Paragrafen und Gesetzbüchern als tief verwurzelten kulturellen Wert beleuchtet.
Was ist Gerechtigkeit überhaupt? Die Suche nach dem Fundament unserer Gesellschaft
Es ist ein Wort, das in jeder politischen Debatte fällt, das auf Demonstrationen gerufen wird und das uns schon im Kindergarten als „Das ist unfair!“ begegnet. Doch fragt man drei Menschen, was Gerechtigkeit eigentlich bedeutet, erhält man meist vier verschiedene Antworten. Gerechtigkeit ist kein fester Zustand, sondern ein dynamisches Ideal, das sich mit unserer Kultur wandelt.
Die drei Säulen der Gerechtigkeit
In der Philosophie und Soziologie unterscheiden wir meist drei Grundformen, die oft miteinander in Konflikt stehen:
Wer mehr arbeitet oder mehr leistet, soll auch mehr bekommen. Das ist der Motor unserer Marktwirtschaft. Aber: Ist die Leistung einer Pflegekraft weniger wert als die eines Börsenmakler Jeder soll das erhalten, was er für ein würdevolles Leben benötigt unabhängig von seiner Leistung. Hier schlägt das Herz des Sozialstaats.Es ist egal, woher du kommst; alle müssen die gleichen Startbedingungen haben. In der Realität des Jahres 2026 wissen wir jedoch: Die Postleitzahl der Geburt entscheidet oft immer noch über den Bildungsweg.
Gerechtigkeit als kulturelles Gefühl
Interessanterweise ist Gerechtigkeit oft ein negatives Gefühl: Wir spüren sie erst dann besonders deutlich, wenn sie fehlt. Ungerechtigkeit löst instinktiv Wut aus – ein Schutzmechanismus, der den sozialen Zusammenhalt sichern soll.Wenn die Schere zwischen Arm und Reich (wie aktuell 2026 diskutiert) immer weiter aufgeht, wird Gerechtigkeit zur reinen Machtfrage. Eine Kultur, in der sich die Mehrheit abgehängt fühlt, verliert ihre Stabilität.
Das Dilemma: Absolute Gerechtigkeit gibt es nicht
Das Problem ist: Gerechtigkeit für die einen kann Ungerechtigkeit für die anderen bedeuten. Wenn der Staat Steuern erhöht, um Bedürftige zu unterstützen (Bedarfsgerechtigkeit), empfindet das der Leistungsträger oft als Angriff auf seine Leistungsgerechtigkeit.
Fazit: Gerechtigkeit ist ein Dialog
Gerechtigkeit ist kein Ziel, das man einmal erreicht und dann abhaken kann. Sie ist ein ständiger Aushandlungsprozess.
Andreas Schwarz
Kultur Online TV-FM
















