Der Deutsche Bundestag hat Ende Januar 2026 das KRITIS-Dachgesetz verabschiedet – doch die Kultur fehlt darin als eigener Sektor. Während Strom- und Wasserwerke als „kritische Infrastruktur“ gesetzlich geschützt und resilient gemacht werden, wird der Kulturbereich lediglich in der Gesetzesbegründung erwähnt.

Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Kulturrats, warnt deutlich: Kultur ist identitätsstiftend. Wenn wir sie im Krisenfall verlieren, verlieren wir den Kitt unserer Gesellschaft.
Die Bedrohungsszenarien 2026
Die neue Themenreihe beleuchtet drei massive Gefahrenfelder
Geopolitische Krisen: Ein großer globaler Krieg ist keine dystopische Fantasie mehr. Wir müssen uns fragen: Welche Kulturgüter evakuieren wir zuerst? Gibt es sichere Depots?
Naturkatastrophen: Ob Hochwasser wie im Ahrtal oder Hitzeperioden – die Infrastruktur vieler Häuser ist veraltet. Der „digitale Barbarastollen“ (als Ergänzung zum physischen Mikrofilm-Archiv) wird als notwendige Rettung für unser Wissen diskutiert.
Cyber-Angriffe: In einer vernetzten Welt sind digitale Archive oft schutzlos gegen Hackerangriffe, die das kulturelle Gedächtnis ganzer Städte löschen könnten.
Der Kulturrat fordert einen Schulterschluss von Bund, Ländern und Kommunen. Es reicht nicht mehr, „Frederick die Maus“ zu sein und nur Sonnenstrahlen und Wörter zu sammeln. Wir müssen „Körner“ in Form von Notfallverbünden und Investitionen in Sicherheitstechnik anhäufen.
Ein Beispiel für echtes Handeln: Im Kreis Herzogtum Lauenburg haben sich gerade erst 18 Museen und Archive zu einem Notfallverbund zusammengeschlossen, um sich im Katastrophenfall gegenseitig mit Depots und Expertise zu helfen. Solche regionalen Netze müssen der Standard werden. Wenn die Politik die Kultur nicht unter das KRITIS-Dach lässt, muss die Kulturszene ihr eigenes Dach bauen – und zwar schnell.
Beitrag: Markus Kogler
Kultur Online TV-FM
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