Der österreichische Kabarettist Günther Paal, besser bekannt unter seinem Künstlernamen „Gunkl“, steht im Zentrum eines schweren Kriminal- und Missbrauchsfalles, der im September 2026 öffentlich bekannt wurde. Gegen den 64-jährigen Künstler wurde von der Staatsanwaltschaft Wien Anklage erhoben.
Hier sind die zentralen Hintergründe zu den Vorwürfen und der Causa:
Dem Kabarettisten wird der sexuelle Missbrauch an einem zu diesem Zeitpunkt sehr jungen Mädchen (das mutmaßlich Anfang 2025 etwa fünf Jahre alt war) zur Last gelegt. Zudem wurden bei einer Hausdurchsuchung fast 1.000 Dateien (Hunderte Bilder und Videos) mit illegalen Darstellungen von sexuellem Kindesmissbrauch auf seinen Geräten sichergestellt.
Gunkl ist in Bezug auf den Missbrauch weitgehend geständig. Er wandte sich nach Bekanntwerden der Anklage mit einem Video an die Öffentlichkeit, in dem er erklärte, er habe „Schande auf sich gebracht“.

© Bild: Wolfgang H. Wögerer, Wien, CC BY-SA 3.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0, via Wikimedia Commons
Der Fall kam unter anderem dadurch ins Rollen, dass Gunkl von der Mutter sowie der Großmutter des Opfers über einen längeren Zeitraum erpresst wurde. Die Frauen forderten und erhielten Summen im Sechstelligen Bereich (insgesamt sollen rund 150.000 bis zu fast 190.000 Euro an Schweigegeld geflossen sein). Als der Druck zu groß wurde, ging der Kabarettist im Mai zur Polizei und erstattete Selbstanzeige.
Die beiden Frauen wurden festgenommen und befinden sich in Untersuchungshaft. Gegen sie wurde ebenfalls Anklage erhoben – unter anderem wegen des Verdachts der schweren Erpressung, worauf im Falle einer Verurteilung Haftstrafen von ein bis zehn Jahren stehen.Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung. Ein gerichtlicher Hauptverhandlungstermin ist für Herbst 2026 angesetzt. Dem Kabarettisten droht im Falle eines Schuldspruchs eine Haftstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren.
In der Öffentlichkeit und den Medien hat der Fall für großes Entsetzen gesorgt, da Gunkl über Jahrzehnte als fixer Bestandteil der österreichischen Kabarett- und Kulturszene galt. Neben den strafrechtlichen Vorwürfen wird in Medienkommentaren vor allem kritisiert, dass in der medialen Berichterstattung oft die Täter und die Dynamiken der Erpressung im Vordergrund stehen, während das ungesicherte Wohl und Leid des betroffenen Kindes in den Hintergrund geraten.
Beitrag: Markus Kogler
Themen: Kabarett | Missbrauchsfall | Erpressung














