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Kunst gegen das Riffsterben: Wie Künstlerin Petra Maitz mit Wolle für die Ozeane kämpft

Die globale Erwärmung und die Versauerung der Meere bedrohen die Korallenriffe unseres Planeten wie nie zuvor. Die in Graz geborene Künstlerin Petra Maitz nutzt ein außergewöhnliches Medium, um auf dieses ökologische Drama aufmerksam zu machen: Die Bildhauerin und Ärztin verbindet Kunst, Wissenschaft und Gemeinschaftshandwerk zu einer einzigartigen Form des Aktivismus.

In unserem Videobeitrag gewährt Petra Maitz tiefe Einblicke in ihre Philosophie, erzählt von den Herausforderungen ihrer aktuellen Arbeit auf den Malediven und zeigt, wie viel Kraft in gemeinschaftlicher Kunst steckt.

© Video Kultur Online TV

Wenn Handarbeit zur Botschaft wird

Seit vielen Jahren widmet sich Petra Maitz mit ihrem Projekt „The Lady Reef“ dem Erhalt der maritimen Ökosysteme. Das Besondere an ihrem Ansatz: Die gigantischen, farbenprächtigen Korallenlandschaften entstehen nicht isoliert im Atelier, sondern in kollektiver Handarbeit.

Menschen aus den unterschiedlichsten Bereichen kommen zusammen, um gemeinsam Häkelarbeiten anzufertigen. Die mathematischen Strukturen beim Häkeln ähneln verblüffend den natürlichen Wachstumsformen von echten Korallen – den sogenannten hyperbolischen Geometrien. Durch das gemeinsame Gestalten entsteht nicht nur ein beeindruckendes Kunstwerk, sondern auch ein Raum für Dialog, Aufklärung und Sensibilisierung für den Klimawandel.

Die Künstlerin hinter dem Korallenprojekt

Außergewöhnliche Verbindung aus Medizin, Wissenschaft und Kunst

Petra Maitz wurde 1962 in Graz geboren und bringt einen hochspannenden Hintergrund mit: Sie studierte in den 1980er-Jahren zunächst Medizin und Biochemie an der Universität Wien. Dieses tiefgehende Verständnis für biologische Prozesse, Organismen und ökologische Systeme prägt ihr künstlerisches Schaffen bis heute maßgeblich.

Weg in die Kunst & akademische Ausbildung

Nach ihrem Medizinstudium wandte sie sich der Kunstgeschichte und der freien Kunst zu:

  • 1988–1991: Studium der Kunstgeschichte an der Universität Wien
  • 1991–1995: Studium der Freien Kunst an der renommierten Hochschule für bildende Künste in Hamburg
  • 2010–2013: Promotion (Ph.D.) an der Universität für angewandte Kunst Wien, wo sie sich interdisziplinär an der Schnittstelle von Kunst, Naturwissenschaft und Ökologie bewegte.

Entstehung des Projekts „The Lady Reef“

Anfang der 2000er-Jahre wandte sich Petra Maitz verstärkt Umweltfragen zu. Inspiriert von wissenschaftlicher Literatur und Naturphänomenen rief sie das Langzeitprojekt „The Lady Reef“ (ursprünglich The Lady Musgrave Reef) ins Leben. Mit diesem Kollektivprojekt verbindet sie Handarbeit, mathematische Geometrie (hyperbolische Flächen) und Umweltaktivismus.

Internationale Anerkennung und Auszeichnungen

Ihre Werke und Installationen wurden weltweit in Ausstellungen, Museen und Kunsthallen gezeigt (u. a. in Wien, Berlin, Sydney, Barcelona und Los Angeles). Für ihre grenzüberschreitende Arbeit zwischen Medien, Wissenschaft und Kunst erhielt sie zahlreiche Preise und Stipendien, darunter den Positionenpreis des BKA Wien, den Kulturpreis Niederösterreich sowie den Landeskunstpreis Steiermark.

Beitrag: Günter Wolfgang

Themen: Kunst und Umwelt | Erhalt der Korallenriffe | UNO-Projekt Malediven

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