Arthaus-Filmreihen unterscheiden sich grundlegend von klassischen Hollywood-Franchises: Sie erzählen selten eine fortlaufende Handlung über mehrere Teile, sondern verbinden Filme durch ein gemeinsames Thema, ein künstlerisches Konzept oder eine Stimmung oft vom selben Regisseur inszeniert.

© Bild: Gorup de Besanez, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Im Gegensatz zu Hollywood-Franchises (wie Marvel, Star Wars oder James Bond), die aus kommerziellen Gründen und für das Merchandising fortgeführt werden, verdanken Arthaus-Filmreihen ihre Entstehung einer völlig anderen Logik.
Die Geburt des „Autorenkinos“
In den 1950er-Jahren entstand in Frankreich über die Filmzeitschrift Cahiers du Cinéma die sogenannte Politique des Auteurs (Autorentheorie). Die Grundidee: Der Regisseur ist kein Handwerker eines Studios, sondern ein vollwertiger Künstler – genau wie ein Maler oder Schriftsteller.
Filmschaffende begannen, das Medium Kino als Ort für eigene philosophische, gesellschaftliche oder visuelle Experimente zu nutzen. Wenn ein Regisseur mit einem Thema oder einer Ästhetik nach einem Film noch nicht fertig war, entstand ganz natürlich ein Folgeprojekt.
Die drei Wege, wie Arthaus-Reihen entstehen
Themen-Trilogien (Geistige Verwandtschaft)
Diese Reihen entstehen oft ungeplant. Ein Regisseur merkt während oder nach der Arbeit an einem Film, dass er ein zentrales Thema noch tiefgehender erkunden möchte – allerdings mit neuen Figuren und Franchises:
Krzysztof Kieślowski wollte die Trias der Französischen Revolution (Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit) in der Moderne untersuchen. Das Resultat war seine Drei-Farben-Trilogie (Blau, Weiß, Rot).
Epochen- & Zeitgeist-Reihen
Hier geht es darum, eine gesellschaftliche Epoche, ein Land oder ein historisches Trauma aus verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten:
Rainer Werner Fassbinder schuf die BRD-Trilogie, um das deutsche Wirtschaftswunder und die Nachkriegspsyche anhand von drei Frauenschicksalen kritisch zu hinterfragen.
Lars von Trier nutzte seine Europa-Trilogie, um sich mit der düsteren Nachkriegspsyche des Kontinents auseinanderzusetzen.
Das Konzept der Retrospektive (Reihen durch Filmkritik und Kinos)
Manchmal entstehen Arthaus-Reihen nicht am Schneidetisch des Regisseurs, sondern erst im Nachhinein durch Filmhistoriker, Programmkinos oder Kuratoren:
Wenn ein Regisseur wie Jim Jarmusch oder Yasujirō Ozu über Jahrzehnte hinweg immer wieder ähnliche Stile, Darsteller oder Motive wählt, fasst die Filmwelt diese Werke zu Zyklen zusammen (z. B. Ozus Noriko-Trilogie).
Fazit
Während kommerzielle Reihen Geschichten verlängern, vertiefen Arthaus-Reihen ein Thema. Sie entstehen nicht aus dem Wunsch nach Einspielergebnissen, sondern aus dem Drang von Künstlern, ein komplexes Konzept von allen Seiten zu beleuchten.
Hier haben wir für euch einige Tipps zusammengestellt:














