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Die Illusion der Chancengleichheit

Wir leben in einer Zeit der großen Zahlen. In den nächsten Jahren wird in Deutschland die Rekordsumme von bis zu 400 Milliarden Euro pro Jahr vererbt. Doch während die einen den Sekt kaltstellen, fragen sich die anderen, wie sie im nächsten Monat ihre Kaltmiete stemmen sollen. Der „Generationen-Clash“ ist längst keine Debatte mehr über unterschiedliche Lebensstile – es ist ein handfester Verteilungskampf um Wohnraum, Klima und Gerechtigkeit.

© Bild: KI generiert 2026

Das alte Versprechen des sozialen Aufstiegs – „Wer hart arbeitet, kann es zu etwas bringen“ – bekommt tiefe Risse. Heute scheint oft ein anderes Gesetz zu gelten: „Sag mir, was deine Eltern besitzen, und ich sage dir, wie du lebst.“ In den Metropolen fressen die Mieten oft mehr als ein Drittel des Nettoeinkommens auf. Wohneigentum? Für die junge Generation ohne „Startkapital“ aus dem Elternhaus ist das oft in weite Ferne gerückt. Hier prallen Welten aufeinander: Auf der einen Seite die Generation der heute 60- bis 80-Jährigen, die im Windschatten des Wirtschaftswunders Wohlstand und Sicherheit aufgebaut hat. Auf der anderen Seite eine junge Generation, die in einer Welt der multiplen Krisen aufwächst und sich fragt, ob für sie überhaupt noch ein Stück vom Kuchen übrig ist.

Doch der Konflikt ist nicht nur monetär. Zum finanziellen Erbe gesellt sich das ökologische. Die junge Generation fordert radikale Umbrüche beim Klimaschutz, während die ältere Generation oft um den Erhalt ihres Lebensstandards bangt, für den sie Jahrzehnte gearbeitet hat. Es geht um die Frage: Wer zahlt die Rechnung für den Wohlstand der Vergangenheit?

Die Kultur des Dialogs: Vom Vorwurf zum Verständnis

Was wir jetzt brauchen, ist kein „Krieg der Generationen“, sondern eine neue Form der Ehrlichkeit.

  • Wir müssen über Erbschaftssteuer reden, ohne es als Neiddebatte abzutun.
  • Wir müssen über Wohnraum reden, der wieder als Grundrecht und nicht als reines Spekulationsobjekt begriffen wird.
  • Wir müssen einander zuhören, statt uns gegenseitig „Boomer“ oder „Snowflakes“ zu nennen.

Kultur bedeutet auch, die Perspektive des anderen einzunehmen. Nur wenn wir verstehen, dass die Angst der Jungen vor der Zukunft genauso real ist wie der Stolz der Älteren auf ihr Lebenswerk, können wir den gesellschaftlichen Zusammenhalt retten.

Beitrag: Günter Wolfgang

Kultur Online TV-FM

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