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Ehrungen für die jüdische Kultur in der Hauptstadt

Berlin ist ein zentraler Ort jüdischen Lebens und Wirkens in Europa. Um dieses Erbe zu bewahren und zeitgenössisches Engagement zu würdigen, werden in der Hauptstadt verschiedene renommierte Preise verliehen. Für das Jahr 2026 wurden in Berlin bereits bedeutende Auszeichnungen vergeben oder angekündigt, die das Engagement für jüdische Kultur und Geschichte sowie gegen Antisemitismus würdigen:

© Bild: Youtube Screen

Preis für Verständigung und Toleranz

Diese prestigeträchtige Auszeichnung wird jährlich vom Jüdischen Museum Berlin verliehen. Geehrt werden Persönlichkeiten, die sich auf herausragende Weise um die Förderung der Würde des Menschen, die Integration von Minderheiten und den Dialog der Kulturen verdient gemacht haben.

Der Preis wird traditionell im Rahmen eines festlichen Dinners überreicht und genießt internationale Aufmerksamkeit.Zu den Geehrten gehören sowohl Kulturschaffende als auch Politiker und Intellektuelle.

Die Moses-Mendelssohn-Medaille

Verliehen vom Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien (MMZ) in Potsdam/Berlin, zeichnet diese Medaille Personen aus, die sich im Geiste Moses Mendelssohns für Toleranz und Völkerverständigung einsetzen. Besonders gewürdigt wird das Engagement gegen Fremdenfeindlichkeit und für das jüdisch-deutsche Verhältnis.

Der Heinz-Galinski-Preis

Die Heinz-Galinski-Stiftung (benannt nach dem ehemaligen Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland) vergibt diesen Preis für besondere Verdienste um die jüdische Gemeinschaft. Er zeichnet Personen oder Institutionen aus, die das jüdische Leben in Berlin und Deutschland aktiv mitgestalten oder sich durch künstlerisches und publizistisches Wirken hervorgetan haben.

Obermayer Award (Winton Award)

Obwohl es eine internationale Auszeichnung ist, findet die Verleihung jährlich im Berliner Abgeordnetenhaus statt. Der Preis ehrt nicht-jüdische Deutsche, die sich ehrenamtlich für die Bewahrung jüdischer Geschichte und Kultur in ihren lokalen Gemeinden einsetzen (z. B. durch die Restaurierung von Friedhöfen oder Archivarbeit).

Daniel Burmann: Auszeichnung für sein Engagement in der Erinnerungsarbeit.

Sandra Butsch: Würdigung für ihre Arbeit, die Perspektivwechsel ermöglicht.

Ellen Grünwald: Geehrt für ihre Nachforschungen und pädagogische Arbeit.

Rainer Klemke: Auszeichnung für sein prägendes Wirken in der Berliner Erinnerungsarbeit.

Hotel Silber (Initiative Lern- und Gedenkort e.V.): Würdigung für den Einsatz für eine multiperspektivische Erinnerungskultur.

Die Ernst-Reuter-Plakette

Als höchste Auszeichnung des Landes Berlin wird sie gelegentlich auch an Persönlichkeiten verliehen, die sich um das kulturelle und soziale Gefüge der Stadt verdient gemacht haben – dazu zählt oft auch der Einsatz für die jüdische Kultur und Versöhnung.

Im Januar 2026 wurden im Rahmen dieses traditionsreichen Wettbewerbs junge Musiker in Berlin ausgezeichnet.

  • Klavier: Den ersten Preis (Mendelssohn-Preis) erhielt Shion Ota (UdK Berlin).
  • Kammermusik mit Blasinstrumenten: Der erste Preis ging an das Ensemble 5um3 (UdK Berlin).
  • Zudem wurde der Fanny-Hensel-Preis der Mendelssohn-Gesellschaft e. V. zur Förderung zeitgenössischer Kompositionen vergeben.

Diese Preise erfüllen in Berlin eine Doppelfunktion:

Sie fördern den interkulturellen Dialog in einer Stadt, die historisch wie politisch eine besondere Verantwortung trägt. Sie machen das vielfältige jüdische Leben in der Gegenwart sichtbar, weit über die Gedenkkultur hinaus.

Die Initiative kulturelle Integration und der Zentralrat der Juden in Deutschland würdigten zudem Preisträger vergangener Wettbewerbe (wie dem Schreibwettbewerb „L’Chaim“ oder dem Fotowettbewerb „Zusammenhalt in Vielfalt“) im Rahmen von Werkschauen und Ausstellungen, die bis in das aktuelle Jahr hineinwirken.

Kultur Online TV-FM

Martin Bruckner

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