Das Museum am Ende der Welt

Die Menschheit sehnt sich nach Normalität – und bekommt sie an einem Ort, an dem nichts normal ist: in Form der Wiedereröffnung eines besonderen Museums.

©  ESA

Südgeorgien, 1775 von James Cook entdeckt, ist Teil des britischen Überseegebiets – das heißt, Sie könnten hier mit britischen Pfund bezahlen. Wenn man denn etwas kaufen könnte. Denn das Shoppingangebot dürfte eher spärlich ausfallen, es mangelt einfach an Bevölkerung. Südgeorgien ist nahezu unbewohnt, nur zwei Regierungsbeamte samt Ehepartnern sollen ganzjährig auf der Insel leben. Dazu kommen einige Wissenschaftler, die auf Forschungsstationen in King Edward Point die Flora und Fauna erfassen.

Dass heißt aber nicht, dass es keine Freizeitangebote gäbe. Wenn sie etwa ein Faible für raue und karge Landschaften, eisige Kälte sowie anspruchsvolle bis alpine Gewaltmärsche haben, dann könnten sie ins bergige Landesinnere vordringen oder sich an den Aufstieg des nahezu 3000 Meter hohen Mount Paget machen.

Wer etwas für Kultur übrig hat, der kann sogar eine Ausstellung besuchen. Das Südgeorgien-Museum hat Exponate zur Geschichte der Robben- und Walfangjagd zu bieten. Es steht in der inzwischen verlassenen Siedlung Grytviken, einer ehemaligen Walfangstation – im Grunde ist der ganze Ort ein Museum.

Im Sommer leben im 1916 erbauten Museumshäuschen zudem einige Mitarbeiter, sie machen den Rest der knapp mehr als zwei Dutzend Inselbewohner aus. Besucher gibt es auch gelegentlich, sie stammen vor allem von Kreuzfahrtschiffen, die hier Halt machen.

Wer sich für so eine Reise entscheidet, der sollte vor allem Interesse an der Tierwelt haben. Denn die größte Population auf Südgeorgien sind die etwa fünf Millionen Seehunde sowie 65 Millionen Vögel, dazu zählen etwa die riesigen Albatrosse. Auch Wale kann man beobachten. Zudem gibt es eine Gedenkstelle für eine berühmte Persönlichkeit, die hier begraben ist.

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