Lieder, die aus dem Herzen kommen

Ob die 50er-Jahren golden waren, vermag jeder für sich entscheiden. Was allerdings definitiv golden ist, ist die Show, die Conny und die Sonntagsfahrer von der Bühne in die Herzen der mehr als 500 Gäste im Burgkirchener Bürgerzentrum zauberten.

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Eine Mischung aus dem guten alten Fernsehen, das den Bildern laufen lernte und den unbeschwerten Klängen von unvergessenen Künstlern wie Peter Kraus, Conny Froboes, Peter Weck, Wenke Myre, Catherina Valente oder Freddy Quinn.

Andrea Graf nimmt die Gäste von Beginn an mit, sodass das im Normalfall eher gemütliche Publikum sogleich mitsingt. Andrea alias Conny braucht natürlich ihren Peter, den Gitarrist und Sänger Rainer Haindl wunderbar mimt. Conny und Peter machten früher schon Musik, doch in diesem Fall ist es nicht Peter Kraus, sondern Peter Weck, der gemeinsam mit der früher flotten Blondine das mühsame Liebesspiel von Lady Sunshine und Mister Moon besingt.

Leichtigkeit, die verbindet

Verliebte Pärchen im Mondenschein finden sich schon öfter mal als „Zwei auf einer Bank“ wieder, die sich letztendlich magisch anziehen.

Ob dies einst auch Rex Gildo und Gitte so spürten, darf eher bezweifelt werden. Die Show, begeistert durch ihre Leichtigkeit.

Eine Leichtigkeit, die die Menschen durch die Freude an den lockeren und irgendwie auch luftigen Texten eines schier unerschöpflichen Musikfundus dieser Zeit verbindet.

Auf der modernen Bühne komplettieren der Bassist Steffen Zinkeler als gelegentlich etwas zu schlauer Berliner Freddy und Akkordeonakrobat Thomas Stoiber als Alexander die mitreißende Quartett, das den Saal mit ihren Klängen beseelt.

Alten Klischees, die keinen stören

Ja, diese 50er-Jahren waren vom Fernweh des Frauenschwarms Freddy, der das La-Paloma-Segel hisste oder vom internationalen Star Catherina Valente geprägt.

Die gebürtige Pariserin stand sogar mit dem italienischen-stämmigen Dino Crocetti auf der Bühne, der als Dean Martin unzählige Frauenherzen und Whiskeyflaschen eroberte.

Er gehörte zu den großen Tieren der Showszene, die die süßesten Früchte vernaschten.

Im fernen Deutschland hieß es derweil „Geh ‘n sie mit der Konjunktur“ und mittendrin  riss das Wunder von Bern alle mit, sodass so Wenke Myhre zur Spielerfrau mutierte und bewundernd „Er steht im Tor“ trällerte.

Manchmal war die Zeit verklärt, manchmal golden, gelegentlich unbeschwert und deshalb eben herrlich anders, obwohl schon damals das Fernweh nach Italien und den Capri-Fischern immer stärker wurde.

Und genau deshalb wurde der Blick in den geschichtlichen Rückspiegel zu einem unvergesslichen, beschwingten und amüsanten Erlebnis, das viele sicher gerne wiederholen.

Beitrag Ulrich Kaiser

# Kulturonline # Bürgerzentrum Burgkirchen # Conny und die Sonntagsfahrer

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