DEUTSCHLAND

Berlin: 2G plus gilt auch für Kultur-, Sport- und Freizeitveranstaltungen

Berlin verordnet deutlich schärfere Maßnahmen, als der Bund vorgibt. Die 2G-plus-Regel gilt neben der Gastronomie auch in vielen anderen Bereichen.

© Jörg Carstensen

Der Berliner Senat hat am Dienstag über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie angesichts der starken Ausbreitung der Virus-Variante Omikron beraten. Berlin wird die von Bund und Ländern in der Vorwoche vereinbarten strengeren Zugangsregeln für die Gastronomie nun auf Landesebene umsetzen: 

Ab Samstag haben in Restaurants, Kneipen oder Cafés nur noch Geboosterte oder doppelt Geimpfte mit tagesaktuellem Test Zugang.  Doch 2G plus soll auch für alle anderen Kultur-, Freizeit- und Sportveranstaltungen gelten, wie die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey nach der Senatssitzung sagte. Ab zehn Personen soll die 2G-plus-Regel verpflichtend sein. Das geht deutlich über die Bund-Länder-Beschlüsse hinaus. 

Für den Einzelhandel gilt hingegen weiter 2G. Zutritt haben also Geimpfte und Genesene. Eine FFP2-Maskenpflicht in Geschäften sei im Senat diskutiert, aber nicht beschlossen worden, so Giffey. Das sei aber nicht vom Tisch, sondern ein möglicher zusätzlicher Schritt.

In öffentlichen Verkehrsmitteln müssen Berlinerinnen und Berliner künftig FFP2-Masken tragen. Für Bedürftige will der Senat 1,4 Millionen kostenlose Masken bereitstellen. Die neue Infektionsschutzverordnung soll am 15.01. in Kraft treten.

Giffey betonte, sie gehe davon aus, dass in den nächsten Tagen mehr als die Hälfte der Berlinerinnen und Berliner geboostert sein werden. Bei den Erstimpfungen liegt die Quote derzeit bei über 75 Prozent. Künftig soll der zusätzliche Kontrollaufwand für Betriebe und Einzelhandel auch mit Überbrückungshilfe finanziert werden können, so Giffey.

Keine Entscheidung gab es allerdings bei der verkürzten Quarantänepflicht, auf die sich die Ministerpräsidentenkonferenz ebenfalls geeinigt hatte. Berlins Gesundheitssenatorin Ulrike Gote (Grüne) sagte, dazu brauche es zunächst eine Entscheidung des Bundesrats. Dieser will am Freitag zu einer Sondersitzung zusammenkommen.

Bei den Entscheidungen zu den Berliner Schulen kam es zu keinem Kurswechsel. In der ersten Woche nach dem Jahreswechsel stiegen die Infektionszahlen beim Lehrpersonal und in der Schülerschaft laut Giffey leicht an. Sie seien aber “noch nicht besorgniserregend”, sagte die Regierende Bürgermeisterin. Der Senat sei sich einig, dass alles dafür getan werden soll, um die Schulen offen zu halten.

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