Unmut und Hoffnung bei Kulturveranstaltern

Anlass zum Unmut gab es in den letzten Wochen in der Kulturbranche reichlich – vor allem durch die ungleiche Behandlung von Gastronomie und Kultur in Bayern.

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50 Prozent Saalauslastung statt 25 Prozent – das stellt Ministerpräsident Markus Söder für die Kultur in Aussicht. Zu wenig, findet der Intendant der Bamberger Symphoniker, Marcus Rudolf Axt: “Unsere Wunschvorstellung wäre, dass wir wieder auf 100 Prozent kommen.”

Denn selbst mit einer solchen Auslastung seien die Hygienekonzepte noch stark genug. “Wenn man sicher vor Corona sein will, dann geht man ins Theater”, fügt er scherzhaft hinzu.

Was ironisch klingt, ist bitterer Ernst. Die Kulturbranche in Bayern treffen derzeit mit der 2G-plus-Regel, der Belastungsobergrenze, Maskenpflicht und Abstandsgebot sehr strikte Corona-Maßnahmen. Vollständig aufgeben will Axt diese selbstverständlich nicht.

Im Hinblick auf die Omikron-Welle zeigt er großes Verständnis für Regeln im Allgemeinen. Diese sollten nur angemessen sein. Natürlich dürfe es nicht so sein, dass für größere Kulturveranstaltungen, in denen die Leute zuvor in Scharen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln kommen, eine 100-prozentige Auslastung gelte, meint Axt. Dennoch würde er Lockerungen, die über die 50 Prozent Saalauslastung hinausgehen, sehr begrüßen. “Diese Lockerungen sind nie zu spät”, sagt er.

Für bayerische Sport-, Kultur- und Jugendverbände heißt es nach der Ministerpräsidentenkonferenz zuerst: weiter warten. Denn für sie wurden beim Corona-Gipfel von Bund und Ländern keine neuen Beschlüsse gefasst. Doch Ministerpräsident Markus Söder kündigte gleich darauf “Anpassungen” für Bayern an. “Wir wollen in der Kultur, beim Sport und in der Jugendarbeit wieder mehr Teilhabe ermöglichen”, sagte er.

Für den Intendanten des Staatstheaters Augsburg, André Bücker, sind die angekündigten Lockerungen sogar weniger tatsächliche Lockerungen als eher “eine längst fällige Korrektur einer willkürlichen Setzung”. Anstelle über konkrete Lockerungen zu diskutieren, sollte lieber über die Ursachen dieser Ungleichbehandlung gesprochen werden, so Brücker.

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