
Das Denkmal gilt als Meisterwerk der Qajaren-Ära und ist Teil des Weltkulturerbes.
Die internationale Gemeinschaft blickt mit großer Besorgnis auf den Iran, wo eines der bedeutendsten Kulturdenkmäler des Landes, der historische Golestan-Palast, bei jüngsten Luftangriffen schwer beschädigt wurde. Berichten zufolge trafen Explosionen in der unmittelbaren Umgebung – insbesondere am nahegelegenen Arg-Platz – den Palastkomplex indirekt durch massive Druckwellen und Trümmerflug.

© Bild: Diego Delso, CC BY-SA 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0, via Wikimedia Commons
Obwohl die Hauptstruktur des Gebäudes nach ersten Einschätzungen stabil geblieben ist, berichten Augenzeugen und Denkmalschützer von erheblichen Schäden an der prachtvollen Innenausstattung:
- Spiegelsaal (Talar-e Aineh): Die weltberühmten, filigranen Spiegelmosaike wurden durch die Erschütterungen teilweise von den Wänden gerissen. Erst vor einer Woche abgeschlossene Restaurierungsarbeiten wurden dabei zunichtegemacht.
- Marmor-Thronsaal (Takht-e Marmar): Ornamente und Deckenverzierungen, die teilweise aus dem 18. Jahrhundert stammen, sind herabgefallen.
- Historische Bausubstanz: Zahlreiche der für die Qajaren-Ära typischen „Orosi“-Fenster (farbenprächtige Holzgitterfenster) sowie antike Türen wurden durch die Druckwelle zerstört.
UNESCO fordert Schutz von Kulturgütern
Die UNESCO äußerte sich in einer offiziellen Stellungnahme zutiefst besorgt und erinnerte alle Konfliktparteien an die Haager Konvention zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten. Die Organisation hat bereits die genauen Koordinaten aller Welterbestätten an die beteiligten Militärs übermittelt, um weitere „Kollateralschäden“ zu verhindern.
Der iranische Minister für Kulturerbe, Reza Salehi-Amiri, bezeichnete den Vorfall als einen „Angriff auf die kulturelle und nationale Identität des Iran“ und kündigte an, einen formalen Bericht an das Welterbekomitee in Paris zu übermitteln. Glücklicherweise konnten viele bewegliche Kunstschätze und Manuskripte bereits vor Beginn der Eskalation in Sicherheit gebracht werden.
Der Golestan-Palast („Rosengarten-Palast“) wurde 2013 in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen. Er gilt als das herausragende Beispiel für die Verschmelzung traditioneller persischer Handwerkskunst mit westlichen Einflüssen des 19. Jahrhunderts. Als ehemaliger Regierungssitz der Qajaren-Dynastie ist er nicht nur ein architektonisches Juwel, sondern auch ein Symbol für die Modernisierung des Iran.
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