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Wenn Design zur Suchtfalle wird

„Nur noch fünf Minuten…“ – wer kennt es nicht? Man öffnet TikTok und plötzlich ist eine Stunde spurlos verschwunden. Doch was wir oft als eigene Disziplinlosigkeit abtun, hat laut EU-Kommission System.

© Bild: KI generiert 2026 Kultur Online TV-FM

Das Urteil aus Brüssel

Die EU-Kommission kommt zu einem klaren Ergebnis: TikTok verstößt gegen europäisches Recht. Der Vorwurf wiegt schwer: Die App sei bewusst so programmiert, dass sie ein süchtig machendes Design nutzt, um Nutzer – insbesondere Jugendliche – so lange wie möglich auf der Plattform zu halten.

Die Luft für TikTok wird dünner. Während die App weltweit Milliarden Nutzer begeistert, formiert sich in der Politik massiver Widerstand. Dabei geht es nicht mehr nur um Datenschutz, sondern um die psychische Gesundheit einer ganzen Generation.

Das Urteil der EU: Design als Gesundheitsrisiko

Am 6. Februar 2026 hat die EU-Kommission eine wegweisende Entscheidung getroffen: Sie stellt vorläufig fest, dass TikTok gegen den Digital Services Act (DSA) verstößt. Der Grund? Süchtig machendes Design. Experten wie Jörg Schieb (WDR) warnen schon lange vor den Mechanismen, die unser Gehirn in den „Autopilot-Modus“ versetzen:

  • Infinite Scrolling: Das endlose Nachladen verhindert natürliche Pausen.
  • Autoplay: Videos starten ohne bewusste Entscheidung des Nutzers.
  • Personalisierte Algorithmen: Sie erzeugen einen „Dopamin-Loop“, der besonders Kinder und Jugendliche tief in die App zieht.

Die EU fordert nun radikale Änderungen am Design andernfalls drohen Milliardenstrafen von bis zu 6 % des weltweiten Jahresumsatzes.

Weltweit diskutieren Länder über drastische Maßnahmen zum Jugendschutz:

  • Australien hat bereits ein Social-Media-Verbot für Kinder unter 16 Jahren in Kraft gesetzt.
  • Frankreich stimmte für Einschränkungen bei Nutzern unter 15 Jahren.
  • In Deutschland fordern Mediziner und Politiker verstärkt Altersgrenzen und ein strikteres Vorgehen gegen manipulative „Dark Patterns“.

Fazit: Das Ende der „Wild-West-Ära“?

Wir erleben gerade das Ende einer Ära, in der Plattformen ihre Algorithmen ungehindert auf maximale Verweildauer optimieren konnten. Ob TikTok in seiner heutigen Form überlebt, hängt davon ab, ob der Konzern bereit ist, sein „Herzstück“ – den süchtig machenden Algorithmus – zu entschärfen.

Beitrag: Andreas Schwarz

Kultur Online TV-FM

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