Österreich verliert einen seiner schärfsten Denker, vielseitigsten Kulturmanager und engagiertesten Impulsgeber: Als langjähriger Banker, Vordenker und Kulturförderer hat er die intellektuelle und künstlerische Landschaft des Landes über Jahrzehnte hinweg nachhaltig geprägt.
Vom Banken-Vordenker zum Kulturförderer
Bekannt wurde Marte vor allem durch sein Wirken in der Erste Group, wo er als prägender Entwickler und Kopf von Förderprojekten weit über die Grenzen des traditionellen Bankwesens hinauswirkte. Er verstand es wie kaum ein anderer, wirtschaftliches Denken mit gesellschaftlicher Verantwortung und kulturellem Anspruch zu verknüpfen.
Für Marte war Kultur nie nur ein „weicher Faktor“ oder ein nettes Beiwerk, sondern das Fundament einer kritischen, offenen Gesellschaft. Er scheute sich nicht davor, unbequeme Fragen zu stellen, Zukunftsszenarien zu entwerfen und Diskursräume zu öffnen, in denen Kunst, Philosophie und Wirtschaft miteinander verschmolzen.

Ein Wiener Intellektueller mit Strahlkraft
Ob bei der Unterstützung von innovativen Kunstprojekten, als streitbarer Diskutant oder als Netzwerker im Hintergrund – Boris Marte hinterlässt eine große Lücke. Er agierte stets als feinsinniger Beobachter der Zeitläufte, der die Entwicklungen in Österreich und Europa mit intellektueller Schärfe und großer Empathie begleitete.
Mit seinem Tod verliert Wien und ganz Österreich einen klugen Kopf, der das Kultur- und Geistesleben bereichert und inspiriert hat.
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