INK eröffnete die diesjährigen Filmfestspiele von Venedig und feierte dort seine Weltpremiere!

INK erzählt die Geschichte des kometenhaften Aufstiegs der Zeitung The Sun, die durch die Übernahme unter Rupert Murdoch und Chefredakteur Larry Lamb von einer traditionellen Tageszeitung in Großbritanniens umstrittenste Boulevardzeitung umgewandelt wurde. Eine filmische Achterbahnfahrt über eine radikale Neuausrichtung, die zugunsten von Skandalen und Unterhaltung sämtliche journalistische Grenzen überschreitet und damit den öffentlichen Blick auf die Welt, in der wir heute leben, veränderte.
Die Handlung: Vom Flop zur Schlagzeilen-Maschine
Ende der 60er-Jahre liegt die traditionelle Arbeiterzeitung The Sun am Boden. Die Auflagenzahlen brechen ein, das Papier droht im Niemandsland zu verschwinden. Doch dann betritt der junge, aufstrebende Medienunternehmer Rupert Murdoch die Bühne. Mit einem klaren Instinkt für das, was die Masse konsumieren will, kauft er das Blatt und setzt Larry Lamb als Chefredakteur ein.
Gemeinsam starten sie eine beispiellose, aggressive Umgestaltung: Politische Analysen weichen reißerischen Schlagzeilen, Klatsch, Unterhaltung und Skandalen. Grenzen des bisherigen Journalismus werden nicht nur überschritten, sondern gezielt eingerissen. Es beginnt eine filmische Achterbahnfahrt über einen Aufstieg, der nicht nur die Zeitungslandschaft Großbritanniens, sondern die gesamte globale Medienwelt für immer verändern sollte.
Redaktionelle Kritik
Die Banalität des Boulevards als kalkuliertes System
INK funktioniert nicht nur als packendes Historiendrama, sondern vor allem als messerscharfe Medienanalyse. Der Film macht spürbar, wie aus einer Mischung aus Machtgier, Unterhaltungsdrang und kommerziellem Kalkül eine Maschinerie entsteht, die Fakten durch Sensationen ersetzt.
Stärken des Films
Tempo und Dynamik: Der Film fängt den unbarmherzigen Takt einer Zeitungsredaktion perfekt ein. Der ständige Druck, noch lautere, noch schrillere Titelzeilen zu produzieren, zieht den Zuschauer sofort in den Bann.
Pointierte Charakterstudien: Das Zusammenspiel zwischen dem strategischen Strippenzieher Murdoch und dem ausführenden Chefredakteur Lamb zeigt eindrucksvoll, wie persönliche Ambitionen und journalistischer Ethikverlust Hand in Hand gehen.
Aktualität: Obwohl die Handlung in der Vergangenheit spielt, ist die Kernthematik erschreckend zeitgemäß. Der Film liefert die Blaupause für heutige Clickbait-Mechanismen und die Macht von Algorithmen in den sozialen Medien.
Schwächen
Wer eine tiefgehende psychologische Aufarbeitung aller Beteiligten erwartet, könnte vom hohen Erzähltempo stellenweise überrumpelt werden. Der Fokus liegt klar auf dem Prozess der Umgestaltung und dem Rausch des Erfolgs.
Fazit
INK ist ein mitreißender, beklemmender und hochgradig relevanter Blick hinter die Kulissen der Medienwelt. Der Film zeigt unverschönt, wie die Grenze zwischen Information und Infotainment verwischt wurde – und warum der Blick auf die Welt, in der wir heute leben, ohne diese Umgestaltung nicht zu verstehen ist.
Empfehlungs-Wertung: Ein absolutes Must-Watch für Fans von Mediendramen, packenden Zeitgeschichte-Verfilmungen und allen, die wissen wollen, wo die Wurzeln des modernen Klick-Journalismus liegen.











