TIPP BELVEDERE: Joseph Rebell. Im Licht des Südens

Ausstellung von 15. Juni bis 13. November 2022 in der Orangerie des Unteren Belvedere

Bildquelle Pixabay

Die Ausstellung beleuchtet Leben und Werk des 1787 in Wien geborenen Landschaftsmalers, der viele Jahre in Italien lebte und arbeitete. Bekannt wurde er nicht nur als einflussreicher Künstler und Impulsgeber, sondern später auch als zukunftsweisender Museumsdirektor des Belvedere.

Generaldirektorin Stella Rollig: „Joseph Rebell war in mehrfacher Hinsicht ein Vorreiter: Nicht nur seine Malerei beeindruckt bis heute, er entwarf auch seine Karriere auf dem Kunstmarkt so, wie sie unser Bild vom unabhängigen Künstlerdasein bis heute prägt. Als Direktor verwandelte er das ehemalige Sommerschloss Belvedere in ein fortschrittliches Museum. Der Blick auf Rebell ist ein Blick auf unsere eigene Institutionsgeschichte, aber auch auf einen der einflussreichsten Künstler seiner Zeit.“

Rebell lernte an der Wiener Akademie der bildenden Künste. 1810 verließ er Wien, um zwei Jahre in Mailand zu verbringen. Die Gegend um Comer See, Lago di Lugano und Lago Maggiore hielt er in zahlreichen Aquarellen fest. 1813 ließ er sich in Neapel nieder und erlangte mit Ansichten vom Golf von Neapel, von Ischia, Capri, Amalfi und Sorrent internationale Berühmtheit.

© Belvedere, Wien, Foto: Johannes Stoll / Pressebilder

Bis heute fasziniert sein neuartiger Umgang mit Licht: Mit bislang ungekannter Intensität erfasste er den klaren Himmel und die Wärme der Sonne. Dies machte ihn zu einem Vorbild, das über Jahre hinweg Landschaftsmalerinnen prägte und große Käuferinnenschichten aus ganz Europa anzog.

Kuratorin Sabine Grabner: „Es ist faszinierend, wie Rebell den Zugang zu den großen Persönlichkeiten seiner Zeit fand. In Mailand arbeitete er für Eugène de Beauharnais, den damaligen Vizekönig von Italien. In Neapel malte er für Königin Caroline Murat und war bei Hof ein gern gesehener Gast. In Rom wiederum, wo er ab 1817 lebte, genoss er bei den Reisenden aus vielen Nationen hohes Ansehen, was ihm Aufträge für zahlreiche Gemälde einbrachte.“

Schließlich beauftragte ihn auch der österreichische Kaiser Franz I. mit Arbeiten und übertrug ihm im Jahr 1824 die Leitung der kaiserlichen Gemäldegalerie im Oberen Belvedere. Bis zu seinem frühen Tod 1828 ließ er das Sommerschloss zu einem modernen Museum umbauen.

In dieser ersten Einzelausstellung zu Joseph Rebell widmet sich das Belvedere seinen Ansichten Süditaliens, und den Zeichnungen und großformatigen Landschaften seiner künstlerischen Anfänge. Die Schau umfasst etwa 80 Werke aus öffentlichen und privaten Sammlungen in Österreich, Deutschland, Italien und der Schweiz, die erstmals gemeinsam zu sehen sind.

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