Beautiful Thing

Hettie Macdonalds Verfilmung des gleichnamigen Theaterstücks von Jonathan Harvey gilt als einer der zeitlosen Klassiker des britischen Queer Cinema. Das Herzerwärmungs-Drama fängt das Lebensgefühl der 1990er-Jahre in einer Arbeitersiedlung in Süd-London mit viel Wärme und unverfälschtem Humor ein.

Der 15-jährige Jamie (Glen Berry) lebt mit seiner alleinerziehenden Mutter Sandra (Linda Henry) in einer Plattenbausiedlung in Thamesmead. Er schwänzt die Schule, meidet Sport und fühlt sich als Außenseiter. Nebenan wohnt sein gleichaltriger Mitschüler Ste (Scott Neal), der regelmäßig unter den Gewaltausbrüchen seines alkoholkranken Vaters und Bruders leidet. Als Sandra dem misshandelten Ste Unterschlupf gewährt und die beiden Jungen sich ein Bett teilen müssen, entsteht aus anfänglicher Tröstung eine zärtliche Annäherung. Untermalt von den zeitlosen Songs von Cass Elliot entfaltet sich ein Sommertag voller erster Gefühle, Ängste und gegenseitigem Halt.

Rezension (Filmkritik)

Bewertung: ★★★★★ (5 von 5 Sternen)

Ein bittersüßes, lebensfrohes Meisterwerk über die erste Liebe

Beautiful Thing schafft das Kunststück, die raue Realität einer Londoner Arbeitersiedlung mit einer märchenhaften, optimistischen Leichtigkeit zu verbinden. Der Film verzichtet auf übertriebene Tragik und schenkt seinen Figuren eine seltene Würde.

Stärken

  • Mitreißende Hauptdarsteller: Glen Berry und Scott Neal verkörpern die Unsicherheit und das vorsichtige Aufblühen der ersten Liebe mit phänomenaler Authentizität. Ihr Zusammenspiel wirkt berührend ehrlich und frei von Manierismen.
  • Starkes Ensemble & Humor: Linda Henry brilliert als schlagfertige, aber zutiefst fürsorgliche Mutter Sandra, während Tameka Empson als Mama-Cass-besessene Nachbarin Leah für großartige humoristische Höhepunkte sorgt.
  • Unverwechselbarer Soundtrack: Der gezielte Einsatz der Musik von The Mamas and the Papas und Cass Elliot verleiht den tristen Betonbauten eine fast magische, sommerliche Atmosphäre.

Schwächen

  • Bühnenherkunft spürbar: In einigen wenigen Szenen merkt man dem Film seine Ursprünge als Theaterstück an, was dem visuellen Fluss des Gesamtkunstwerks jedoch keinen Abbruch tut.

Fazit

Ein meisterhafter, mutmachender Meilenstein des schwulen Kinos. Beautiful Thing ist eine berührende Liebeserklärung an das Leben, das Heranwachsen und die Kraft der Akzeptanz.

Verfügbarkeit / Streaming-Optionen

  • Amazon Prime Video: Als Kauftitel & Leihoption verfügbar (sowie im Queer Cinema Channel / Salzgeber).
  • Google Play Film: Zum Kaufen & Leihen verfügbar.
  • Apple TV: Digitaler Kauf & Verleih im Angebot.
  • YouTube: Offiziell über YouTube Movies digital kauf- & leihbar.

Kultur Online TV Redaktion: myScreenGuide

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