Der Machtkampf um die Salzburger Festspiel-Intendanz

Die Salzburger Festspiele, das prestigeträchtigste Klassikfestival der Welt, befinden sich in einer tiefen Führungskrise. Im Zentrum des Sturms stehen Intendant Markus Hinterhäuser und das politisch besetzte Kuratorium (vertreten durch Bund, Land und Stadt Salzburg.

Der Konflikt entzündete sich vordergründig an Detailfragen, um seinen Vertrag. Eigentlich war eine Verlängerung von Hinterhäusers Vertrag bis 2031 bereits im Gespräch. Doch das Kuratorium zog das Angebot zurück und warf ihm mangelndes „Wohlverhalten“ vor. Während Hinterhäuser auf eine bestehende Einigung pocht, sieht das Kuratorium sein Mandat im September 2026 als beendet an.

© Pixabay 2026

Kritiker werfen der Politik vor, einen der erfolgreichsten Intendanten der Geschichte (ausverkaufte Häuser, hohes künstlerisches Niveau) aus reinem Machtkalkül zu demontieren. Ein konkreter Streitpunkt war die Neubesetzung der Schauspielleitung. Hinterhäuser wollte eine Kandidatin ohne das vom Kuratorium geforderte formelle Hearing durchsetzen für die Aufseher ein Bruch der Compliance-Regeln. Hinterhäuser ließ eine Frist des Kuratoriums verstreichen, in der er einem „Gnadenjahr“ bis 2027 hätte zustimmen können. Da keine Einigung erzielt wurde, bereitet das Kuratorium nun eine Neuausschreibung der Intendanz vor.

Zahlreiche prominente Künstler unterstützen Hinterhäuser in offenen Briefen und warnen vor einem massiven Imageschaden für Salzburg. Salzburg steht vor gigantischen Herausforderungen: Das Projekt „Festspielbezirk 2030“ (Sanierung und Erweiterung) verschlingt rund 395 Millionen Euro. In dieser kritischen Phase droht der künstlerische Kopf wegzubrechen, während die politische Führung unter Landeshauptfrau-Stellvertreterin Karoline Edtstadler (ÖVP) auf einen harten Kurs setzt.

Der Machtkampf ist eine Belastungsprobe für das Festival. Während die Politik auf Transparenz und Regeln pocht, sieht die Kunstszene die Freiheit der Intendanz bedroht. Fest steht: Der kommende Festspielsommer wird von diesem Konflikt überschattet werden.

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