Film Club

Deutsche Free-TV-Premiere der romantischen Miniserie

Bild: ©Noa (Nabhaan Rizwan) und Evie (Aimee Lou Wood) ZDF/Gaumont LTD

Es ist eine Geschichte für alle, die sich vielleicht manchmal als Außenseiter fühlen, die sich lieber in ihre eigenen vier Wände zurückziehen und ihrer Fantasie mit Geschichten und Filmen freien Lauf lassen“ – Statement von Ralph Davis

Die Serie ist eine kleine, aber kraftvolle Geschichte, die Aimee und ich gemeinsam entwickelt haben, während wir unseren ganz eigenen Filmclub hatten. Sie erzählt vom Wunsch, dem zweiten Erwachsenwerden in den Zwanzigern zu entfliehen, von der Verwirrung, in einen Freund verliebt zu sein und nicht zu wissen, wie man damit umgehen soll, und davon, noch zu Hause zu leben – mit all dem Chaos, das damit einhergeht. Vor allem aber hoffe ich, dass sich die Zuschauerinnen und Zuschauer in der Geschichte wiederfinden und die Freitagabende gemeinsam mit Evie und Noa genießen können.

Kurzinterviews und Statements von Aimee Lou Wood, Ralph Davis, Nabhaan Rizwan, Adam Long, Liv Hill und Jamie Jackson

Aimee Lou Wood (Co-Creator, Co-Writer, Executive Producer, spielt Evie)

Wie ist „Film Club“ entstanden und woher kam die Inspiration für Sie und Ralph Davis?

Ralph und ich waren zusammen auf der Schauspielschule und wollten schon seit dem Tag, an dem wir uns kennengelernt haben, etwas zusammen schreiben – wir haben einen sehr ähnlichen Sinn für Humor und verstehen die Witze des anderen sofort. Während des Lockdowns brauchten Ralph und ich ein kreatives Ventil. Also begannen wir darüber nachzudenken, welche wichtige Rolle Filme und Serien damals für viele Menschen spielten und wie sehr sie dabei halfen, diese Zeit zu überstehen. Als Schauspieler und Autoren haben uns Film und Fernsehen schon immer sehr viel bedeutet, und bestimmte Filme und Serien haben mir durch wirklich schwere Zeiten geholfen. Ich persönlich habe mich von einem Buch von Matt Haig inspirieren lassen; darin schreibt er sinngemäß: „Wenn man den Durchblick verliert, braucht man einen neuen Blickwinkel.“ Ich glaube, dass man die eigene Geschichte und das eigene Leben oft besser verstehen kann, wenn man sie durch die Figuren und Geschichten anderer betrachtet.

Erkennen Sie sich selbst in Evie wieder?

Evie und ich sind nicht genau gleich, aber vieles an ihr ist sicherlich auch ein Ausdruck von mir selbst. Erst als ich die Serie später gesehen habe, wurde mir bewusst, wie viel ich von mir selbst in die Figur eingebracht habe – oft sogar ganz unbewusst. Ich glaube, dass „Film Club“ vor allem für diese zweite Phase des Erwachsenwerdens im Leben steht. Es gibt so viele Coming-of-Age-Geschichten über Jugendliche, aber eigentlich wird niemand schon mit 16 oder 17 Jahren wirklich erwachsen. Die viel schwierigere Lebensphase ist, meiner Meinung nach, die der wilden, manchmal auch ziemlich kniffligen Zwanzigern: Man fühlt sich noch immer wie ein Kind und ist gleichzeitig längst erwachsen.

Was hat Ihnen besonders daran gefallen, Evie zu spielen?

Zu Beginn der Serie kann Evie das Haus nicht verlassen, das ist ihr einfach zu viel. Was ich an ihr aber besonders liebe, ist die Fähigkeit, innerhalb dieses sehr begrenzten Raumes, in dem sie lebt, ihre eigenen Welten zu erschaffen – für sich selbst, aber auch für andere. Aus ihrer Garage heraus eröffnet sie den Menschen, die ihr nahestehen, neue Perspektiven. Dieser kleine Ort wird zu einer Parallelwelt, in der man ausgelassen sein und sich frei fühlen kann. Einerseits ist sie durch ihren psychischen Zustand stark eingeschränkt, andererseits hört sie nie auf, sie selbst zu sein. Viele Menschen erleben Phasen in ihrem Leben, in denen es ihnen nicht gut geht. Gerade dann ist es wichtig, sich daran zu erinnern, dass die eigene Persönlichkeit noch immer da ist, auch wenn die eigenen Lebensumstände beängstigend oder überwältigend wirken. Evie erkennt zu Beginn der Handlung noch nicht, dass sie eigentlich alles, was sie braucht, bereits in sich trägt.

Ralph Davis (Co-Creator, Co-Writer, Executive Producer, spielt Dominic)

Wie kam es dazu, dass Sie und Aimee angefangen habt, gemeinsam zu schreiben, und wie hat „Film Club“ sich für Sie beide entwickelt?

„Film Club“ entstand vor allem aus einer gewissen Not heraus. Während des Lockdowns haben Aimee und ich zusammengelebt und wie viele andere wurden wir in dieser Zeit langsam verrückt. Wir schauten unzählige Filme und Serien, die uns inspirierten, und wussten schon lange, dass wir Figuren erschaffen wollten, die unsere eigene Stimme und unseren eigenen Humor widerspiegeln. Aus diesem Wunsch heraus nahm „Film Club“ nach und nach Gestalt an. Schließlich hingen überall in unserer Wohnung A3-Plakate mit diesen Figuren und der Idee, aber ursprünglich ging es darum, mich davon abzuhalten, Dinge zu tun wie zum Beispiel dienstags um 10 Uhr morgens während des Lockdowns ein langes Bad zu nehmen!

Welche Themen waren Aimee und Ihnen beim Schreiben besonders wichtig und was sollte in „Film Club“ unbedingt zum Ausdruck kommen?

Im Kern geht es um die Liebe in ihren verschiedenen Formen: um die Liebe zu einem Freund oder einer Freundin, darum, was diese Gefühle bedeuten und wie man zwischen platonischer und romantischer Liebe unterscheiden kann. Ein weiteres zentrales Thema war für uns das Erwachsenwerden, besonders in den Zwanzigern. Heute zieht sich die Jugend aus den unterschiedlichsten Gründen oft länger hin als früher. Während der Entwicklung von „Film Club“ fiel immer wieder der Ausdruck einer „zweiten Pubertät“. Als wir die Serie während des Lockdowns schrieben, war ich Mitte zwanzig und fühlte mich trotzdem noch wie ein Teenager. Gleichzeitig gab es viele Menschen in meinem Umfeld, die heirateten, Häuser kauften, sich Hunde anschafften und all diese „Erwachsenen-Dinge“ taten. Letztlich erzählt die Serie davon, dass jeder versucht, auf seine ganz eigene Weise erwachsen zu werden und seinen Platz im Leben zu finden.

Was hat Sie und Aimee dazu bewogen, die Filme (wie „Der Zauberer von Oz“) für die Serie auszuwählen?

Wir haben ganz bewusst entschieden, dass der Film, der in jeder Folge im Mittelpunkt steht, auf irgendeine Weise widerspiegeln soll, was in diesem Moment in Evies Leben passiert. In der ersten Folge versucht Evie beispielsweise, das Haus zu verlassen, und der Film dazu ist „Alien“. Für sie ist das ein mutiger Schritt ins Unbekannte, der mit einem großen, psychischen Druck verbunden ist. Gleichzeitig wirkt die Außenwelt auf sie aber auch faszinierend, fremd und voller Möglichkeiten. Außerdem war es uns wichtig, Filme auszuwählen, die eine gewisse Allgemeingültigkeit besitzen. Es sollten Filme sein, in deren Welten man als Zuschauerin und Zuschauer auch selbst eintauchen möchte. Man soll Lust bekommen, sich wie die Figuren zu verkleiden, in ihre Welt zu fliehen und ganz in sie einzutauchen. Deshalb mussten es Filme sein, die ihre ganz eigene, lebendige und unverwechselbare Atmosphäre vermitteln.

Evie und Noas Filmclub wirkt wie eine Liebeserklärung ans Kino. Wenn Sie im echten Leben selbst einen Filmclub gründen würden, mit welchem Film würden Sie starten und warum?

Da gibt es mehrere mögliche Antworten. Wenn ich einen Filmclub veranstalten würde und ausschließlich echte Filmfans ansprechen wollte, würde ich wahrscheinlich „Das siebente Siegel“ von Ingmar Bergman auswählen. Es gibt aber auch eine etwas naheliegendere Antwort, und das ist gleichzeitig mein Lieblingsfilm: „Gladiator“. Diesen Film habe ich als Kind gemeinsam mit meinen Eltern gesehen und ich liebe ihn bis heute.

Nabhaan Rizwan (spielt Noa)

Was hat Sie an „Film Club“ und an der Figur Noa gereizt?

Ich wollte unbedingt bei „Film Club“ mitmachen, weil ich Filme und Serien liebe, die selbst eine Hommage an andere Filme sind. Die Dialoge der Serie sind stark von Filmzitaten geprägt. Noa und Evie nutzen diese Zitate, um sich Dinge mitzuteilen, die sie nicht direkt aussprechen können. So kommunizieren die beiden miteinander und setzen Humor aber auch als eine Art emotionales Schutzschild ein – genau diese Metaebene hat mich besonders gereizt.

Adam Long (spielt Josh)

Was hat Sie an „Film Club“ besonders angesprochen?

Was mich zunächst an „Film Club“ begeistert hat, waren die Drehbücher. Vieles darin kam mir sehr vertraut vor: die Herausforderungen des Erwachsenwerdens und die Art, wie Filme als Zufluchtsort dienen können. Gleichzeitig ist die Serie sehr witzig und steckt voller Herz. Ich glaube, was „Film Club“ vor allem auszeichnet, ist Aimee. Sie ist als Mensch vollkommen einzigartig und ihre ganz eigene Stimme zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Serie.

Liv Hill (spielt Izzie)

Was hat Sie an der Figur Izzie gereizt?

Zu Beginn der Serie sehen wir Izzie in einem Job, der sie eigentlich nicht erfüllt. Im Laufe der Handlung findet sie den Mut, ihren eigenen Weg zu gehen, das zu tun, was sie wirklich möchte, und ein eigenes Unternehmen gründet. Das hat mich besonders angesprochen, weil ich darin Parallelen zu meinem eigenen Weg als Schauspielerin gesehen habe. Eine Zeit lang war ich selbst unsicher, ob ich diesen Beruf wirklich machen möchte. Manchmal braucht es aber nur diese eine Person, die an einen glaubt und einen ermutigt, um den entscheidenden Schritt zu wagen.

Erzählen Sie uns mehr über die Drehorte von „Film Club“.

Wir haben tatsächlich in einem echten Haus gedreht. Wenn die gesamte Besetzung und Crew dort zusammengekommen ist, war es dort sehr gemütlich und dadurch fühlte sich alles sehr heimelig und vertraut an. Das Team hat außerdem großartige Arbeit geleistet und überall Fotos von uns aufgehängt, sodass es sich wirklich wie das Zuhause unserer Figuren anfühlte. Das Garagen-Set habe ich nur ein- oder zweimal gesehen, da Izzie nicht direkt Teil des Filmclubs ist. Aber es ist faszinierend zu beobachten, wie sich die Garage für jede Folge und jeden Film aufs Neue verwandelt. Das Set befand sich in einem großen Studio, und überraschenderweise fühlt es sich tatsächlich wie eine echte Garage an, weil es dort eher kühler und dunkel ist. Gleichzeitig ist das Szenenbild unglaublich farbenfroh und lebendig gestaltet. Dadurch wirkte der Raum besonders eindrucksvoll und war ein wirklich schöner Ort zum Arbeiten.

Jamie Jackson (Gaumont Executive Producer)

Wie haben Sie die Idee zu „Film Club“ zum ersten Mal mit Aimee besprochen?

Manchmal gibt es Schauspielerinnen oder Schauspieler, die einem beim Fernsehen sofort ins Auge fallen. Als ich Aimee zum ersten Mal in „Sex Education“ gesehen habe und kurz darauf noch einmal auf der Bühne in „Onkel Wanja“, war ich sofort fasziniert. Ich fand sie als Schauspielerin unglaublich mitreißend. Wenig später las ich in einem Interview, dass sie schon immer schreiben wollte. Das machte mich neugierig darauf, welche Geschichten sie erzählen möchte. Als wir uns dann trafen, erzählte sie mir von der Idee zu „Film Club“. Meine Aufgabe bestand dabei vor allem darin, jemand anderen in seiner kreativen Vision zu unterstützen. Aimees Stimme ist so einzigartig. Sie schickte mir ein kurzes Theaterstück, das sie geschrieben hatte, und schon daran konnte ich erkennen, dass sie als Autorin genauso viel Talent hat wie als Schauspielerin.

Wie entwickelte sich „Film Club“ von diesem Punkt an weiter?

Aimee wollte von Anfang an eine Serie kreieren, die sie auch selbst gerne anschauen würde, die aber genauso auch ihrer Mutter gefallen könnte, etwas, dass sie zusammen genießen können. Sie hatte das Gefühl, und das ging mir ähnlich, dass es damals im Fernsehen nur wenige Serien gab, die eine Brücke zwischen unterschiedlichen Generationen schlagen konnten. Auf diesem Gedanken basiert letztlich das Fundament von „Film Club“.

Wie haben Aimee und Sie die Balance zwischen Drama und Komödie gefunden?

Der Ton der Serie bewegt sich zwischen Drama und Komödie. Für mich gehören diese beiden Elemente aber genauso zusammen wie im echten Leben: das eine beeinflusst oft auch das andere. Deshalb hoffe ich, dass die Serie die Zuschauerinnen und Zuschauer zum Lachen bringt, sie zum Weinen bringt und manchmal vielleicht sogar beides gleichzeitig schafft. Oft sind wir selbst ja gerade dann am witzigsten, wenn wir eigentlich traurig sind. Deshalb gehen die beiden Genres Drama und Komödie für mich Hand in Hand.

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