Der Sommer steht vor der Tür, die Urlaubszeit beginnt. Eigentlich die Zeit, um einfach mal abzuschalten. Doch wer dieser Tage durch die Lifestyle-Magazine blättert oder Social Media füttert, stolpert sofort über neue, hippe Begriffe: Wir sollen jetzt „Slowcations“ machen und auf unsere „Joyspans“ achten.

Da fragt man sich doch unwillkürlich: Was soll das überhaupt heißen – und warum gibt es dafür eigentlich kaum noch normale deutsche Wörter?
Ein kritischer Blick auf den neuesten Lifestyle-Hype.
Der Anglizismen-Wahn
Wenn aus „Faulenzen“ eine „Slowcation“ wird
Warum heißt das Kind eigentlich nicht mehr beim Namen? Eine „Slowcation“ ist im Grunde nichts anderes als das, was wir früher gemütlichen Urlaub genannt haben. Man fährt irgendwohin und hetzt nicht von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten.
Woher kommt das? Die Lifestyle-Branche und das Marketing lieben englische Begriffe. Es klingt moderner, internationaler und – tja, irgendwie wichtiger.
Das Problem: Durch diese künstlichen Begriffe wird aus einer ganz normalen, gesunden Pause plötzlich ein neues Konzept, das man angeblich „lernen“ muss.
„Joyspans“
Haben wir verlernt, das Leben einfach so zu genießen?
Noch so ein Begriff, der gerade die Runde macht: Joyspan. Damit ist die Spanne im Leben gemeint, in der wir echte Freude und Lebensqualität empfinden. Also kurz gesagt: Lebensfreude.
Doch ist das nicht alles ein bisschen übertrieben?Müssen wir jetzt wirklich jede Minute unserer Freizeit analysieren, ob sie auch genug „Joy“ (Freude) bringt?Macht dieser Zwang, selbst das Entspannen zu optimieren und perfekt zu benennen, nicht erst recht wieder neuen Stress?Mal ehrlich: Es wirkt fast so, als dürften wir nicht mehr einfach nur auf der Couch liegen, ohne dass es direkt ein „Trend“ sein muss.
Weniger Begriffe, mehr echtes Leben
Vielleicht ist der beste Lifestyle-Trend für diesen Sommer, den ganzen Modebegriffen den Rücken zu kehren. Man muss nicht „slow“ machen, weil es ein Trend ist, sondern weil man müde ist. Und man braucht keine englischen Begriffe, um ein Eis in der Sonne zu genießen.
Beitrag: Günter Wolfgang
Themen: Lifestyle Sommer Urlaubstrends














