DEUTSCHLAND

Die Spielzeit 2022/23 im Tanzquartier Wien

Tashweesh Festival, neue Stücke von Florentina Holzinger und Jefta van Dinther,

Tashweesh ist ein interdisziplinäres Kunstfestival mit dem Ziel, neue feministische Bündnisse zu ermöglichen und Kunst- und Forschungspraktiken zu intersektionalem Feminismus in Europa, Südwestasien und Nordafrika eine Plattform zu bieten. Nach den Stationen in Tunis und Brüssel macht Tashweesh vom 7. bis 15. Oktober im TQW halt. In dem vielfältigen Programm bestehend aus Performances, Vorträgen, Diskussionen und Workshops, Film, bildender Kunst und einer Partynacht geht es um die Suche nach Gemeinsamkeiten über vermeintliche kulturelle Grenzen hinweg.

Eröffnet wird das Festival mit einer Lecture der indischen Politikwissenschaftlerin Nikita Dhawan an der Schnittstelle von Geschlechterforschung und postkolonialer Theorie (07.10.). Weitere Höhepunkte: Rima Najdi schlägt in ihrer multimedialen Performance „I Grew an Alien Inside of Me“ eine Brücke zwischen zwei der prägendsten Ereignisse im Leben eines Menschen – Geburt und Revolution (07./08.10.). Und die in Wien lebende iranische Choreografin Ulduz Ahmadzadeh lässt in „TARAB“ die jahrtausendealte vorislamische Tanz- und Musikkultur des persischen Plateaus in einen Dialog mit der zeitgenössischen Tanzsprache treten und reflektiert dabei koloniale Dynamiken ebenso wie die Rolle der Frau (13./14.10.).

Weitere Programmhighlights:

Die Bühne als nasses Terrain: In Florentina Holzingers „Ophelia’s Got Talent“ entwirft ein multidisziplinäres Ensemble aus mehreren Generationen eine physische Studie zur Psychologie des Wassers im 21. Jahrhundert. In Schwimmbad, Sumpf und Morast bereiten sich die Erbinnen Ophelias auf Unvermeidliches vor (21.–23. + 25./26.04.). NESTROY-Preisträger Michael Turinsky holt in seinem neuen Gruppenstück „SOILED“ die zivilisatorische Utopie des perfekten, endlos produktiven Körpers auf den glitschigen Boden der Tatsachen zurück (03./04.03.). Und Jefta van Dinther entführt uns in „Islands“, einer archaisch-futuristischen Choreografie für 13 Tänzer*innen der renommierten schwedischen Tanzkompanie Cullberg, an einen Ort außerhalb von Raum und Zeit, an dem neue Lebensformen interagieren (23.–25.03.).

Wir blicken einer aufregenden Saison entgegen: Künstler*innen als Kurator*innen spielen eine zunehmend wichtige Rolle, ästhetische bzw. poetische künstlerische Auseinandersetzung steht nicht im Gegensatz zu politischer und Choreografie und Performance treten als zukunftsweisende Methoden hervor, um dystopischen Szenarien entgegenzutreten und neue Wege zu beschreiten, so die künstlerische Leiterin Bettina Kogler und die Programmverantwortliche Christa Spatt.

Weitere Infos zum Programm unter tqw.at.

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