Von Mädchen und Pferden

Die renommiere Regisseurin Monika Treut entführt in Von Mädchen und Pferden an die raue norddeutsche Seeküste für ein intimes, naturverbundenes Drama über Selbstfindung und jugendliches Begehren.

Rezension

Bewertung: ★★★★☆ (4 von 5 Sternen)

Ein unaufgeregtes, atmosphärisches Kammerspiel unter weitem Himmel

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Von Mädchen und Pferden besticht durch seine entschleunigte Erzählweise und den Verzicht auf übersteigerte Dramatik. Monika Treut konzentriert sich ganz auf die leisen Töne und die schrittweise Annäherung zweier gegensätzlicher Charaktere.

Die 16-jährige Schulabbrecherin Alex (Ceci Chuh) wird von ihrer Adoptivmutter für ein Praktikum auf einen abgelegenen Reiterhof am Rickelsbüller Koog geschickt. Was für die rebellische Jugendlichen zunächst nach Strafe schmeckt – frühes Aufstehen, Rauchverbot und Funkloch –, wandelt sich durch die Begegnung mit der Reitlehrerin Nina (Vanida Karun), die ihr ein völlig neues Vorbild bietet. Als die wohlhabende Kathy (Alani Asprinio) mit ihrem eigenen Pferd auf dem Hof eintrifft, prallen zunächst zwei Welten aufeinander. Doch aus der anfänglichen Eifersucht erwächst zwischen den beiden Teenagern rasch eine zärtliche Nähe, die weit über die gemeinsame Leidenschaft für die Tiere hinausgeht.

Stärken

  • Authentische Hauptdarstellerinnen: Ceci Chuh und Alani Asprinio spielen die schrittweise Öffnung ihrer Figuren mit einer natürlichen, unverkrampften Leichtigkeit. Die Dynamik zwischen der verschlossenen Alex und der behüteten Kathy wirkt echt und unberührt von gängigen Klischees.
  • Eindringliche Landschaftsaufnahmen: Die Weite des Rickelsbüller Koogs, das Licht des Nordens und der direkte Kontakt zu den Tieren bilden keinen bloßen Hintergrund, sondern fungieren als spürbarer Resonanzraum für die innere Entwicklung der Figuren.
  • Subtile Regieführung: Der Film verzichtet auf künstlich aufgebaute Konflikte oder schrille Plot-Twists. Die Entdeckung der eigenen Identität und Sexualität entfaltet sich organisch und unspektakulär im besten Sinne.

Schwächen

  • Sehr reduziertes Erzähltempo: Durch die extreme Entschleunigung und die minimalen Dialoge wirkt der Erzählfluss im Mittelteil stellenweise etwas episodisch.

Fazit

Ein feinfühliges, ruhig erzähltes Stück deutsches Queer Cinema. Von Mädchen und Pferden ist eine sehenswerte Perle für Liebhaber atmosphärischer, naturverbundener Entwicklungsdramen.

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