Coming Out

Heiner Carows meisterhaftes Drama geht als historischer Meilenstein in die Filmgeschichte ein: Es war der erste und einzige Spielfilm der DEFA, der das Thema Homosexualität in der DDR offen verhandelte und feierte seine Premiere symbolträchtig am Abend des 9. November 1989.

Im TV 22:00 Uhr | RBB

Rezension

Bewertung: ★★★★★ (5 von 5 Sternen)

Ein historisches Meisterwerk und intensiv emotionales Zeitdokument

Coming Out ist weit mehr als nur ein pionierhaftes Stück Filmgeschichte; Carows Regiearbeit besticht bis heute durch ihre rohe, authentische Emotionalität und ihren mutigen Blick auf die DDR-Spätphase.

Im TV am 07.11.2026

Der junge, ambitionierte Sportlehrer Philipp (Matthias Freihof) führt ein nach außen hin angepasstes und unauffälliges Leben. Als sich seine Kollegin Tanja (Dagmar Manzel) in ihn verliebt, zieht er mit ihr zusammen. Doch Philipp verdrängt seine wahren Gefühle, bis er durch Zufall in einer Ost-Berliner Schwulenbar auf den unkonventionellen Matthias (Dirk Kummer) trifft. Die leidenschaftliche Begegnung zwingt Philipp, sich seiner Identität zu stellen – und bringt sein bisheriges bürgerliches Leben ins Wanken.

Rezension

Bewertung: ★★★★★ (5 von 5 Sternen)

Ein historisches Meisterwerk und intensiv emotionales Zeitdokument

Coming Out ist weit mehr als nur ein pionierhaftes Stück Filmgeschichte; Carows Regiearbeit besticht bis heute durch ihre rohe, authentische Emotionalität und ihren mutigen Blick auf die DDR-Spätphase.

Stärken

  • Herausragendes Ensemble: Matthias Freihof spielt Philipps innere Zerrissenheit mit einer berührenden Nuancierung. Die Chemie zwischen ihm und Dirk Kummer wirkt intim und unbequem ehrlich, während Dagmar Manzel die Tragik der betrogenen Partnerin ohne Klischees einfängt.
  • Unverschönertes Milieubild: Der Film zeigt das schwule Leben im Ost-Berlin der späten 80er-Jahre – mit all seinen versteckten Treffpunkten, Kneipen und der spürbaren gesellschaftlichen Engen – in einer selten gesehenen Authentizität.
  • Zeitlose Relevanz: Die Thematik des inneren Zwangs zur Anpassung und der Mut, den das Bekenntnis zu sich selbst erfordert, besitzt eine universelle Kraft, die über den historischen Kontext hinausstrahlt.

Schwächen

  • Stilistische Alterungsspuren: Einige der dramaturgischen Übergänge und die musikalische Untermalung spiegeln stark die Ästhetik der späten 1980er-Jahre wider, was aus heutiger Sicht stellenweise etwas pathetisch wirken kann.

Fazit

Ein absoluter Klassiker des europäischen Queer Cinema. Coming Out überzeugt als mutiges, feinfühliges und bildstarkes Porträt, das in keiner gut sortierten Sammlung fehlen darf.

Kultur Online TV Redaktion: myScreenGuide

Gleich geht es weiter mit

Von Mädchen und Pferden

Die renommiere Regisseurin Monika Treut entführt in Von Mädchen und Pferden an die raue norddeutsche Seeküste für ein intimes, naturverbundenes Drama über Selbstfindung und jugendliches Begehren. Rezension Bewertung: ★★★★☆ (4

Festival-Saison im DACH-Raum

Das Wiener queer-feministische Filmfestival QUEERTACTICS schlägt in seiner siebten Ausgabe die Brücke zwischen politische Positionierung und ästhetisch anspruchsvollem Kinoraum. Den Auftakt im Stadtkino im Künstlerhaus markiert die Österreichpremiere des brasilianischen

Futur Drei

Das preisgekrönte Regiedebüt von Faraz Shariat bringt frischen Wind in das deutsche Gegenwartskino. Der Film verwebt Coming-of-Age, queeres Begehren und Migrationserfahrung zu einem visuellen und emotionalen Statement. Rezension (Filmkritik) Bewertung:

Coming Out

Heiner Carows meisterhaftes Drama geht als historischer Meilenstein in die Filmgeschichte ein: Es war der erste und einzige Spielfilm der DEFA, der das Thema Homosexualität in der DDR offen verhandelte

Coward

Nach den internationalen Erfolgen von Girl und Close wendet sich der belgische Regisseur Lukas Dhont einem historischen Sujet zu: Das Drama führt an die flämische Front des Ersten Weltkriegs. Unsere