Unbekannte erschießen Putin-Kritiker

Der russische Künstler und prominente Kreml-Kritiker Semyon Skrepetsky ist im Osten Polens Opfer eines tödlichen Attentats geworden. Nur wenige Tage nach einer Protestaktion in Berlin wurde der 44-Jährige in der grenznahen Stadt Biala Podlaska auf offener Straße erschossen.

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Nach Angaben der polnischen Nachrichtenagentur PAP feuerten die Täter mehrere Schüsse ab. Die Ermittler der Woiwodschaft Lublin gehen von einer gezielten, geplanten Tötung aus, während die Suche nach dem flüchtigen Schützen andauert und das genaue Motiv offiziell noch unklar ist. Skrepetsky war bekannt für seine provokanten, satirischen Werke, mit denen er Machthaber wie Wladimir Putin und Alexander Lukaschenko scharf kritisierte.

Semyon Skrepetsky (bürgerlich Robert Kuzowkow) war ein russischer Aktionskünstler, Karikaturist und lautstarker Dissident. Er stammte aus der sibirischen Altai-Region und erlangte vor allem durch seine extrem provokanten, satirischen Gemälde und digitalen Kunstwerke internationale Bekanntheit im Netz.

In seinen Werken attackierte er schonungslos die russische Staatsführung unter Wladimir Putin, den belarussischen Diktator Alexander Lukaschenko sowie den tschetschenischen Machthaber Ramsan Kadyrow. Seine Bilder griffen oft tiefschwarzen Humor, sowjetische Ikonografie und düstere Dystopien auf – ein bekanntes Motiv zeigt Josef Stalin, der Wladimir Putin als Baby füttert.

Aus Angst vor politischer Verfolgung verließ Skrepetsky Russland im Jahr 2021 und lebte seitdem im Exil in Polen. Auch aus der Sicherheit des EU-Auslands heraus setzte er seinen künstlerischen Protest fort. Am 15. Juni 2026 wurde der 44-Jährige in der polnischen Stadt Biała Podlaska nahe der belarussischen Grenze auf offener Straße erschossen. Das Attentat, das nur wenige Tage nach einer spektakulären Protestperformance Skrepetsky vor der russischen Botschaft in Berlin stattfand, weist laut den polnischen Ermittlungsbehörden alle Merkmale einer gezielten Hinrichtung auf.

Beitrag:Andreas Schwarz

Themen: Russland Kunst Polen

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